Samstag, 24. August 2013

Aus den Archiven: Homepage 1996 "think!"


post #200

zur feier des tages, ein teil meiner compuserve-homepage von 1996 mit einem kleinen kolloquium zwischen timothy leary, robert a wilson, andrew weill, walther h. clarke und paul krassner. als bonus ein vortrag von timothy leary im calhoun club und ein kleiner text von robert a wilson "Die letzten 4000 Jahre und die nächsten 40 Jahre". alte hippies unter sich, anfang der 80er, also für die gegenwart veralteter und nicht über wikipedia als "wissen" und "richtig" verifizierbarer kram über abseitige themen ... 

irre halt, die sich (noch) etwas vorstellen konnten, was von dem abwich, auf was wir uns ja heute angeblich alle als verbindliche realität "geeinigt" haben. 

naja, angeblich ...

die texte habe ich damals wohl aus meinem exemplar der zeitschrift "liebe" gescannt, ein frühes ocr-programm drüber gehetzt und dann von hand noch ein bißchen nachkorrigiert. für ne zweite korrektur fehlt mir gerade wirklich die zeit, mache ich mal, wenn ich sie habe.



ja, ich weiss, seltsame zeitung ... ich habe sie geliebt und hüte sie als kleine schätze. 

toll vor allem die artikel über einen arzt in paris, der geburten in einem delphinbecken anbot. halt die ganzen seltsamen dinge, die in den 80ern schon so altbacken daherkamen wie der titel der zeitung selbst "Liebe". 

echt, wer würde sich sowas heute noch trauen? 

den würde doch keiner "ernst nehmen". heute. wo wir wikipedia haben, um nachzukontrollieren, was unter "ernst" und vor allem "beweisbar" so zu verstehen ist - du merkst, ich grantele immer noch ein bißchen mit der "jugend", die sich auf dem "scienceblog" zusammenrottet, und beweist, was zu beweisen ist - bevor sie dann auf telepolis ausschwärmt und das missionswerk fleissig fortsetzt.

man fragt sich schon, ob die jemals charles fort gelesen haben ... 

[eigentlich bin ich gerade versucht, mich ausführlich über charles fort auszulassen, weil dieser dämliche wikipediaartikel im grunde nichts über fort sagt, was zu sagen wäre ... soviel zum thema "wissen" und "beweisen" ... und ich mich eigentlich auch über das im nachhinein alberne "kalenderblatt" geärgert habe ...

na gut, nur so viel, bevor ich hier den herren auf dem podium das wort überlasse: es geht charles fort in seinen büchern ja nicht in wirklichkeit um die "kuriositäten", die er akribisch notiert, also fische eines bestimmten alters, die in einer reihe vom himmel regnen zb., seltsame flugobjekte etc. ... es geht ihm auch nicht - und das schon an der jahrhundertwende vom 19. ins 20. jahrhundert darum, als erster in die gegend zu plären, daß es doch möglich sei, daß es "da draussen" so etwas wie "schiffe" gäbe, die halt ihren müll über bord kippen und uns so mit unlösbaren rätseln konfrontieren (alleine der gedanke ist schon zen pur ins einer konsequenz ...) ...

nein, es geht, denke ich mal, fort in erster linie darum, die "wissenschaft" seiner zeit in ihrem versuch vorzuführen, wegzudiskutieren, was sie eben (noch) nicht versteht. seine bücher sind dann immer am unterhaltsamsten, wenn er dokumentiert, wie immer und überall am ende "sumpfgas" herauskommt, wenn wieder etwas in die realität krachte, was sich doch eigentlich dem verstehen entzieht.

ich kann mich des verdachts nicht erwehren, daß sich "die zeiten" nicht wirklich geändert haben. nur haben wir eben keinen charles fort, der uns daran erinnert. wie auch immer: äußerst lesenswerte und sehr vergnügliche bücher allemal.]

zurück zur compuserve-hompage von 1996. die unterseite "Think!" befand sich hinter der grauen fläche auf dem cubus, vorderseite, dritte reihe, mitte ...


und sah (ohne die seitensteuerung, auf die ich verzichtet habe), so aus ...

viel spaß



1. Timothy Leary

Das Thema des heutigen Nachmittages ist "Höhere Intelligenz".

Das war nicht mein Vorschlag, aber so heisst es heute nun mal und uns bleibt wohl nichts anderes übrig, als damit zurecht zu kommen, hm? Ich habe mir nun gedacht, und andere haben ähnliches vorgeschlagen, dass wir uns auf die Zukunft der Intelligenz konzentrieren sollten und d.h. auf die Zukunft höherer Intelligenz vom wissenschaftlichen Standpunkt aus.

Ich glaube, hier geht's vor allem um's Gehirn.

Das Gehirn ist sicherlich der Schlüssel zum Bewusstsein und der Intelligenz. Das Gehirn, so wie es uns bekannt ist, ist das Organ, welches im 20. Jahrhundert am meisten tabuisiert wird. Vor rund 100 Jahren, im 19. Jahrhundert und des freudschen Wiens, war der Körper das Tabu-Organ. Starke Männer fielen beim Anblick eines entblössten weiblichen Knöchels in Ohnmacht. Andersherum kam das wohl auch vor. Ich hoffe, ich habe niemanden dabei übergangen (Gelächter). Jedenfalls befindet sich der menschliche Körper heute nicht mehr in dieser Tabu-Situation, warum auch immer. An jedem Zeitungsstand in irgendeiner Strasse in irgendeiner Stadt entlangzulaufen, ohne Bilder dieses prächtigen Instruments zu sehen, das man "menschlicher Körper" nennt ...

Heutzutage ist nun das Gehirn das Tabuorgan, das kann ich wohl mit ziemlicher Sicherheit behaupten. Bislang sind wir als Spezies noch nicht in der Lage, die Bedeutung des menschlichen Gehirns zu verstehen und damit klar zu kommen. Es gibt eine ganze Menge von Dingen, die mit dem menschlichen Gehirn zu tun haben, die wir noch nicht entschlüsselt haben. Selbiges gilt wohl für die Bombe, möchte ich da sagen.

Wie ihr wisst, ist es einigen, ja vielen von uns aufgefallen, dass es eine enge Verflechtung zwischen der Entdeckung und der Entwicklung und der Produktion von gro8en Mengen leichtbeschaffbarer und in gro8en Quantitäten konsumierter Gehirnaktvierer wie LSD und der Entschlüsselung des Geheimnisses des Atoms und seiner Verschmelzung und Nutzbarmachung als Energiequelle - zum Guten oder zum Schlechten - gibt. Beides ist von der menschlichen Intelligenz und der menschlichen Neurologik zur selben Zeit aufgefallen. Das Gehirn besteht aus 40 Milliarden Zellen.

D.h., es werden immer mehr, geradezu inflationär. Ich habe immer gesagt, es seien 10 Milliarden. Dann hiess es, es waeren 15, dann eine Weile 20 Milliarden. Dann ging es zu wie mit den Goldpreisen. Dann stieg die Zahl bis . . .

Vor ein paar Monaten meinte der Scientific American, das Kleinhirn allein liesse die Hirnrinde wie kleine Kartoffeln erscheinen. Wir behandeln hier ein Instrument von dem wir heute wissen, dass es mehr Verbindungen aufweist, als das Universum Atome. Ich bin davon überzeugt, daß das Gehirn ein perfektes Instrument ist. Es sei denn du hast eine Stahlplatte im Kopf oder deine Stirn ist keine 5 cm hoch. Selbst der dröge, durchschnittliche, burgerliche Normalmensch ist mit einem im Grunde genommen perfekten Instrument ausgerüstet.

Es liegt an der Programmierung, einer ziemlich zufälligen Erstbestückung, wenn Konflikte erzeugt werden - das Leiden und die Qualen, die Illusionen und Enttäuschungen erzeugt. Trotzdem sehe ich keinen Grund, das menschliche Gehirn nicht ein perfektes Instrument zu nennen. Wir sind wie primitive abergläubische Wilde, die es quasi von aussen betrachten und dabei weder verstehen, wie man es aktiviert, noch wie man Zugang zu ihm bekommt, um seine Grenzen zu erforschen.

Wir wissen wohl, und da kann ich sicherlich jeden im Raum mit einbeziehen, dass es nur wenige Zentimeter unter unserer Schädeldecke Bereiche und Unendlichkeiten und Ebenen und Schaltmöglichkeiten und Sphären der Intelligenz gibt, von denen man bislang nicht zu träumen wagte. Diese Fähigkeiten schlummern in uns und warten darauf, zum genetisch richtigen Zeitpunkt aktiviert zu werden.

Und ich glaube, dass die Zeit dafür reif ist.

In den letzten Jahren habe ich häufig in einem Buch gelesen, das auch vielen von euch bekannt sein wird: ,The Structure of Scientific Revolution' von Thomas S. Kuhn. Michael Polany hat ebenfalls darüber geschrieben. Überhaupt haben sich die meisten Wissenschaftsphilosophen mit diesem Thema befasst. Wie verhält sich eine Gesellschaft oder eine Spezies einer neuen Technologie, einer neuen Entdeckung, einem neuen Paradigma - um Kuhn Umschreibung zu gebrauchen - gegenäber, welche alles ändern wird?

Ich bin nun hier, um euch zu sagen - und ich bin sicher, dass ihr da meiner Meinung seid -, dass es nicht leicht ist, im späten 20. Jahrhundert einer wankelmätigen und leicht verschreckbaren Spezies domestizierter Primaten etwas Neues zu verklickern... die Köpfe sind in den letzten 2000 Jahren doch zu arg von der jädisch/christlichen Bibel verdreht worden.

Obwohl ich glaube, dass die meisten von euch allemal Bescheid wissen, möchte ich aus gegebenem Anlaß doch immer wieder darauf hinweisen, dass das erste Kapitel der jüdisch/christlichen Bibel die Genesis (Entstehungsgeschichte) mit der Evolutionstheorie der Schöpfung beginnt, dass alles von einem Manne namens Jehova geschaffen wurde. Natürlich war es ein Mann, der dies - zugegeben ohne sich zu schämen - alles entwarf. Er ist ein hitzköpfiger, paranoider, eifersüchtiger, mafiabeseelter Hausherr (Gelächter) ... der diesen Garten Eden für Adam schuf . . .

Spaeter kam dann noch Eva hinzu, die, wie ihr wisst, quasi als Nachschlag gereicht wurde um Adam als Dienerin behilflich zu sein. Sie lesen das- und glauben daran! Selbst im 20. Jahrhundert lesen sie es.

Und ER sagte: "lm Garten Eden kannst du tun und lassen was du willst - nur zwei Dinge sollten dir verschlossen bleiben. Die Fruechte jenes Baumes sind eine ,kontrollierte Substanz'. Dir ist es durch ewiges Gesetz strengstens untersagt, diese zu essen, trinken, sniffen oder anderswie zu absorbieren. Denn wenn du dieses tust, so wird es dir wie Schuppen von den Augen fallen und du wirst Böses und Gutes durchschauen und zu einem gottgleichen Wesen werden!"

Und Adam sagte",Oh je, Herr, das will ich aber wirklich nicht!"

(Feedbackgeraeusche vom P.A. System und Gelächter).

Ich verstehe es! (Mehr Feedbackpfeifen als Leary auf die Anlage zugeht)

Es ist suchtbildend!! (Zurückweichend)

Aber ich besitze Willenskraft! (Mehr Gelächter)

"Der zweite Baum trägt eine andere von Staat, Gesetz und Polizei ,kontrollierte Substanz'. Es ist dir untersagt, diese Frächte zu berähren. Denn solltest du eine davon essen, wirst du unsterblich und selber ein Gott." Natärlich wollte Adam von einer Transzendierung von Gut und Böse nichts wissen, denn es war ihm klar, dass er so ne Menge Arbeitslose schaffen würde. Ganz gewiss würde er auch nicht unsterblich werden, denn damit würden ja all diese religiösen Angelegenheiten in völlig neuen Dimensionen gepuscht.

Wie ihr wisst, ist die jüdisch/christliche Bibel nicht gerade frauenfreundlich. Es ist euch wohl bekannt, dass sie die ganze Schuld auf Eva geschoben haben.

Meine Theorie ist nun, dass Eva von Anfang an dem Chef die ganze Geschichte nicht abkaufte. Im selben Augenblick, als Jehova wieder in seinen Einsatzwagen sprang und ins Hauptquartier zurückbrauste, lief sie rüber zum Baum, pflückte eine Frucht und was dann kam ist heute Geschichte.

Zurück zu Polany und Kuhn - ihr dachtet wohl, ich haette die beiden vergessen? Verlust des Kurzzeitgedaechtnisses richtig? (Gelächter)

Ihr wisst, je higher man wird, um so schneller bewegt man sich, es ist ... Ich bin sicher, dass ihr alle diese Erfahrung gemacht habt: zum Sonnenuntergang angefangen, die Sterne am Firmament Um dich henum, dann der Sonnenaufgang am Morgen und in der Zwischenzeit hast du mehrere tausend Male das Geheimnis des Universums gelöst und Alles erklärt - und dann vergessen, was es war!

Macht Notizen!

Luhan gibt uns viele Beispiele fuer die Schwierigkeiten, die eintreten, wenn man ein neues Modell einfuehren will, das die Bewusstseinsstruktur in einer Gesellschaft veraendert. Lord Kelvin behauptete noch auf dem Sterbebett, dass Röntgenstrahlen ein schillernder Humbug waeren. Rutherford, zu seiner Zeit der führende Atomphysiker, sagte, es sei unmöglich, das Atom zu spalten. Ihr wisst, was mit Dr. Stempelweis geschah, als er seinen Kollegen riet, sich vor jeder Behandlung die Hände zu waschen, eine Generation später bekam Lord Lister fuer selbigen Rat den Nobelpreis.

Wenn man einer primitiven Gesellschaft eine neue Technologie vorstellen will, ein neues Paradigma, ein neues Weltbild, dann erfordert das ein ungemein geschicktes Vorgehen. Nichts kann sie schneller verschrecken. Polany sagt, dass man das neue Modell besser mit einigen alten Theorien verbindet. Das ist wohl auch der Grund, warum so viele Leute in den 60er Jahren - wie wir alle, gell, Walter? - behaupten, der leichteste Weg um psychedelische Erfahrungen zu verstehen, sei auf religiöser Ebene zu finden. Denn die Psychologie hatte mit Sicherheit noch keine passenden Fachausdrucke um diese Erfahrungen formulieren zu können. Die arbeiteten noch mit Umschreibungen wie ,psychotometisch'. Erinnert ihr euch? Ich hoffe nicht! Der Gebrauch von religiösen Metaphern beruhigte und besänftigte Menschen, ja verführte sie  geradezu, die ganze Angelegenheit leichter zu akzeptieren - dass es nun machbar war, das Gehirn zu gebrauchen, dass es jetzt möglich ist, innere Schaltkreise zu aktivieren, von denen bislang niemand zu träumen wagte.

Du kannst jetzt lernen, wie du zu deinem Gehirn Zugang bekommst und wie du es selber einstimmen kannst, so dass keine Ausrede mehr gilt, wenn du dich nicht so fühlst, wie du dich fühlen möchtest. Dieser deiner Kreativität und Vorstellungskraft und Erfindungsaufgabe sind keinerlei Grenzen gesetzt. Sie können durch dieses Instrument, dein Gehirn, in Gang gesetzt werden. Jetzt erkennen wir, dass die Hirnfunktion den Zweck haben, Realität zu schaffen.

Wir nutzten also religiöse Metaphern und das war eine wundervolle Erfahrung, nicht wahr, Walter?

Ich denke allerdings, dass es heute an der Zeit ist - immerhin ist seit den 60ern eine Generation vergangen - wirklich auf den Punkt zu kommen, d.h. das Problem mit der entsprechenden Intelligenz und Disziplin und dem gebührenden Mut anzugehen.

Der nächste Schritt ist es nun, in Gesprächen über das Gehirn wissenschaftliche Metaphern zu gebrauchen. Ich bin voller Hoffnung, dass eines der Ergebnisse dieser wunderbaren Konferenz eine spürbare Ermunterung und ein Gefühl der Unterstützung und aktiven Anteilnahme sein wird, mehr und mehr wissenschaftliche Untersuchungen der Werkzeuge die den Zugang zum Gehirn ermöglichen vorzunehmen: Drogen.

Ich glaube, ich sollte gleich von Anfang an meinen Standpunkt zum Thema Drogen klarstellen. Ich bin 1000% für Drogen.

Ich empfehle niemandem etwas bestimmtes zu tun.

Je mehr Einblicke man in die Gesamtheit des Gehirns und der Pharmazeutika die dieses aktivieren, hat, um so sorgfältiger, vorsichtiger, experimenteller und wissenschaftlicher geht man vor. Ich denke, dass es jetzt wirklich an der Zeit ist, das Ganze wissenschaftlich anzugehen.

Es ist doch eine feine Sache, dass, wie ich mir vorstelle, der DNSCode oder die GAIA Intelligenz der die Ei-Weisheit oder wie du es auch immer benennen magst, das Wesen, das dieses wundenrolle Abenteuer mit den`Werkzeugen die wir zur Verfügung haben entworfen und geschaffen hat. Ich glaube es ist eine Programmierung der DNS, dass genau in diesem Augenblick unserer Evolution in der ersten Generation nach dem Weltkrieg, die erste Babyboom-Generation, die geburtenstarken Jahrgänge heranwuchsen; die grösste Generation der menschlichen Geschichte und die meisten jungen Menschen, die in diese wunderbare Situation hineingeboren wurden dazu noch die Möglichkeit haben, intelligenter zu werden. In die so äusserst wohlhabenden und sicheren Gesellschaft, wie die des heutigen Ameirika, das auf den Prinzipien der individuellen Freiheit, der Initiative des Einzelnen, grenzensprengenden Gedanken und des Lange-Nase-Ziehens den Autoritäten gegenueber - ich meine, so etwas konnte wirklich auf Massenbasis im Moment nur an einem Platz wie Amerika heute geschehen, in Amerikas Sternstunde.

Es war auch unausbleiblich, dass die Technologie, die an der Entwicklung der Atomenergie beteiligt ist, früher oder später auf die Entschlüsselung des Gehirns stossen wuerde. Ebenso unausbleiblich war es, dass die erste Generation jener, die dieses machtvolle Werkzeug einfuehrten, die Gesellschaft verärgern, verstören, beleidigen, alarmieren und verschrecken würde.

Es ist ein Wunder, dass wir noch leben! (Mikrophongeraeusche und Gelaechter).

Zu anderen Zeiten und in anderen Ländern, ausgenommen in diesem wunderbaren Amerika, wäre es für uns weder ueber einen längeren Zeitraum möglich unsere Kreise zu ziehen, noch Reunions dieser Art abzuhalten.

Also ist die Zeit reif Drogen wissenschaftlich anzugehen.

Ich empfinde es als skandalös und erniedrigend, dass wir heute, 21 Jahre nachdem wir in Harvard waren, Dinge sagen müssen, die doch recht peinlich sind. Was hat denn die Regierung getan? Was haben die pharmazeutischen Firmen getan? Was haben unsere Intellektuellen getan?

Ihr wisst, dass sie den Fakten, dass man das menschliche Gehirn programmieren, einstellen und gebrauchen kann,einfach nicht ins Auge sehen. Die Regierungen, die Religionsvertreter, andere Politiker und die Intellektuellen aller Schattierungen haben doch alles in ihrer Macht stehende versucht, dies runter zu machen oder zu verdrängen. Ich rede hier von den Tabus, mit denen der Begriff ,Droge' behaftet wurde. Wir haben uns schon so arg daran gewöhnt, dass uns kaum noch auffällt, wie total verrückt das alles ist.

In der Tat haben jetzt 7-8 Millionen Menschen, die meisten der jungen Leute in den 60ern und frühen 70ern Zugang zu ihrem Gehirn gehabt. Sie lernten, wie das geht und taten es. Heute gibt es, 15-20 jahre später, eine ganz neue Generation junger Wissenschaftler und auch älterer Wissenschaftler. Es liegt einfach in der Luft, der Zeitgeist schlägt zu.

Ich erzähl noch zwei/drei Sachen und übergeb dann das Wort an unsere Redner und euch alle. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es die Aufgabe menschlichen Lebens von nun an sein wird zu lernen, wie man sich das eigene Gehirn zugänglich macht, wie man es aktiviert, dirigiert, managed und kontrolliert. Ich meine, welchen Grund gibt es fürs Leben, wenn nicht diesen?

Sokrates sagte es schon so um 300 v.Chr. Er meinte, die einzige Aufgabe des intelligenten Lebens sei es zu lernen, wie man schlauer wird. Die Suche nach dem Wissen. Die Intelligenzsteigerung. Dies ist das älteste Konzept der menschlichen Geschichte. Man kann es hin bis zum ersten Buch der Veden zurückverfolgen, immer am Ganges entlang, zu den Zeiten, als das Soma bekannt wurde, dieses Gefühl der gesteigerten Intelligenz durch Yoga. Es geht darum, dein Leben als eine kontinuierliche Hierarchie des geistigen Aufstiegs, der Selbstverwirklichung und Entwicklung etc. zu erleben.

Jetzt sind die Wissenschaftler dran und es gibt 7 oder 8 verschiedene wissenschaftliche Sparten, in denen sich eben dieses Gefühl der Selbstverwirklichung, des freiwilligen Akzeptierens der eigenen Verantwortung fuer das eigene Schicksal einfach aufdrängt. Man realisiert, dass es keiner für einen machen wird, dass man sein Leben in die eigenen Hände nehmen muss.

Ihr kennt das 2. Gesetz der Thermodynamik Wärmelehre. Es ist von Ilya Prigogine widerlegt worden. Ich habe selber nie an dieses Gesetz und die ,Entropie' geglaubt. Als ob das kein Teil der protestantischen Ethik sei. Gott ist dort oben ein Bankier der sagt "Nun, ich werde . . ." Das hab ich nie jemandem abgenommen!

Wie auch immer - Prigogine hat glorreich, wissenschaftlich und empirisch ,Nein!' gesagt, dass wir es mit zerstreuten Strukturen zu tun haben und uns auflösen werden. Aber: "Sicherlich gibt es Entropie, denn wir lösen uns auf, bevor die nächste Struktur auftaucht."

Ich möchte nun die anderen Mitwirkenden hier auf die Bühne bitten, einen nach dem anderen, um diese wunderbare symbiotische Gesellschaft auf eine neue und highere Ebene zu hieven.

Frank, machst du den Anfang? (Beifall)


2. Frank Barron

Diejenigen, die schon gestern hier waren, werden sich daran erinnern, dass ich einige Sorgen hatte, welche Themen wohl vom Colloquium aufgegriffen würden. Ich fuehrte 4-5 Themen ins Feld, die ich gerne diskutiert gewusst haette. Jetzt sehe ich ein, dass ich mir gar keine Gedanken haette machen brauchen. Bislang ist ja wirklich ueber all die Themen geredet worden. Tim, ich wollte noch etwas zum Titel des heutigen Nachmittages, Höhere Intelligenz und Kreativitaet' sagen. Ich weiss aus zuverlaessiger Ouelle, dass da ein Druckfehlerteufel am Werk war. Der Drucker, einer von unserem ,Linkage" Verein, hat da einfach was drangehängt. Ursprünglich war das Thema ,Hohe Intelligenz und Kreativitaet' vorgesehen.

Ich werde mich etwas über den Begriff ,Intelligenz' auslassen, um ihn einmal von seinem üblichen Fortsatz ,Quotient' zu trennen. Der Intelligenzquotient' ist eine recht häufig gebrauchte Umschreibung. Uns geht es hier allerdings einzig um die ,Intelligenr'.

Bei allem Respekt vor Alfred Bernet, den man fuer den Erfinder des Intelligenztests halten muss, man doch sagen, dass er sich den Begrifff 'Intelligenzquotient' nur ausgeliehen hat. Es war nicht seine Wortschöpfung, sondern sie wurde von dem deutschen Psychologen Stern eingefuehrt, und die Rechnereien dafür erledigte Bundt. Benet war ein Pionier in der Entwicklung der Arbeiten über das kreative Denken. Er bedauerte es sehr, dass er der Forderung der damaligen französischen Regierung, eine Methode zu entwickeln, wie man Schüler vor der Einschulung sortieren könne, auf dass nicht die falschen Schüler die guten Schule blockieren und doch nichts davon haben wuerden, Folge geleistet hatte. Der Intelligenzquotient war also ein Teil eines Tests, um die Schulfähigkeit zu ergruenden. Aber Schulfähigkeit ist ja nun wirklich nicht alles, was die Intelligenz zu bieten hat.

Aber um dies weiter auszuführen erfordert es, so glaube ich zumindest, eine neue Sprache. Wir benötigen neue Wege, wenn wir über die Intelligenz als solche denken wollen.

Da ist zum Beispiel der Ausdruck ,mentale Kraefte' - er wurde schon in alten Traditionen verwandt und beinhaltet Begriffe wie ,Ekstase' und ,Verlassen des Körpers' und andere religiöse Einsichten. Die Kräfte der Sita, die yogischen Kräfte spielen da hinein. Und auch - in Nietzsches Umschreibung - der Gedanke, sich frei und ohne die Zwänge des sozialen Umfelds oder anderer innerer Zwänge die als ,gut' oder ,schlecht' programmiert sind; zu bewegen. Eine spontane freie Art zu wirken, die konstruktiv ist, ohne dass das nun durch Lebensregeln, nach denen man sich verhält, vorgegeben ist.

Dies sind alles Dinge, die in jedem von uns stecken, aber nur selten wirklich weiterentwickelt werden und meist verkümmern. Die Arbeiten über Kreativität mit denen ich mich beschäftige, spielen sich natürlich immer innerhalb der empirischen Wissenschaft ab. Es geht dabei um die Entwicklung von Forschungsmethoden und deren Auswertungen. Der wichtigste Umstand ist fuer mich allerdings dabei, dass uns klar geworden ist während wir uns kritisch über alle möglichen gebraüchlichen Intelligenztests hergemacht haben, dass kreatives Denken und kreative Auseinandersetzung nichts mit ... dass es :einfach keine richtigen Antworten auf solche 'Tests gibt. Bei einem gewöhnlichen I.Q. Test muss man doch Antworten abliefern, die vom Schöpfer des Tests vorgegeben sind.

Die Funktionen, die jedoch durch ,kreatives Denken' in Gang gesetzt werden, unterscheiden sich jedoch erheblich davon, man vermag sie heute kaum noch richtig zu benennen. Denn das kreative Denken beschäftigt sich immer mit einer unbekannten Zukunft. Da ist noch kein Ufer in Sicht, wie der Seemann sagt. Die Möglichkeiten sind in ihrer Anlage unerschöpflich. Das ist, glaube ich, die grundlegende Bedeutung der Arbeiten ueber Kreativitaet, die ja eines der Themen dieses Colloquiums sind. Das ist alles, was ich zu sagen habe. (Beifall)


3. Andrew Weil

Ich möchte zur Unterstützung von Tims Argumenten ein paar Beispiele von dem Gebiet; auf dem ich so manche Schlacht zu schlagen habe, erzählen: der offiziellen Medizin. Das Wesen der heutigen Medizin ist stockkonservativ. Das bedeutet unter anderem, dass sie sehr weit hinter der Entwicklung anderer Wissenschaffsbereiche hinterherhinkt. Mir fallen heute durchaus einige zaghafte Entwicklungen in der Medizin auf, die sich innerhalb der Gesamtgesellschaft schon in den 60ern abspielten. Es ist sowohl befremdend, frustrierend aber auch lustig zu beobachten, wie dies abläuft. Auch hier sind die Gedanken des Zusammenbruchs des alten Modells oder Paradigmas am Gären und etwas Neues steht an. Die Leute, in diesem Falle die Mediziner, machen es sich schwer, dies zu akzeptieren. Die herkömmliche Medizin wird weiterhin nur von dem bestimmt, was man durch die Sinne fühlen oder Apparaturen messen kann - alles andere existiert nicht. Es ist einfach nicht ,real'. Obwohl man abweichendes durchaus ab und an in kurzen Nebensätzen erwaehnt finden kann, hat es doch bislang für die Theorie wie für die Praxis der Medizin noch keine Bedeutung.

Dies macht es nun den Ärzten so schwer - so brechen Paradigmen zusammen - die vielen Phänomene die sich täglich vor ihren Augen abspielen überhaupt wahrzunehmen. Was macht man denn, wenn man an einem alten Modell haengt; sich andererseits ueberr die Anomalien, die du dir nicht:erklaren kannst häufen? Zuerst nimmst du dir komplizierte Theorien zu Hilfe.

Wenn das nicht hilft, versuchst du einfach fortzuschauen, du fegst sie unter den Teppich oder behauptest einfach, sie seien für  deine Arbeit unerheblich und ohne Bedeutung. Genau diese Haltungen beobachte ich heute in der Medizin.

Da ist zum Beispiel die Unfähigkeit, Behandlungssysteme zu erklären, die auf Theorien basieren, die nach den herkömmlichenn ärztlichen Regeln keinen Sinn ergeben - aber trotzdem Patienten heilen. Das ist doch eine sehr interessante Angelegenheit. Und ein alter Hut dazu.

Als 1840 die Homöopathie zum erstenmal nach Amerika kam, erzielt sie sogleich überwaeltigende Erfolge. Homöopathen waren viel besser als herkömmliche Ärzte in der Lage bei den häufig auftretenden Infektionskrankheiten zu helfen und zu heilen. Bei der grossen Choleraepidemie im Mittleren Westen kam es zu weitaus günstigeren Heilergebnissen als anderswo. Darum lief auch so mancher Allopath zur Homöopathie über. Die reguläre Ärzteschaft wurde dadurch so beunruhigt, dass sie schlie8lich die American Medical Association (A.M.A.) gründete.

Einer der ersten wahren organisierten Angriffe auf die Homöpathie war ein Pamphlet von Oliver Wendell Holmes, der als Professor der Medizinischen Fakultaet in Harvard wirkte. Er nannte es ,Die Homöopathie und gleichartige Wahnvorstellungen'. Eine seiner Behauptungen, die ich wahrlich wundervoll finde:

"Der Fakt, dass durch die Homöopathie Menschen geheilt werden, sollte nicht als Beweis gelten!"

(Gelächter)

"Denn 99% aller Patienten geht es allemal besser, gleich was man mit ihnen anstellt."

Das ist nun eine wirklich interessante aertztliche Aussage. Und dazu denke ich, dass sie durchaus der Wahrheit entspricht. Sehr interessant.

Schaut euch doch mal die Unfähigkeit der Ärzte an, den Placeboeffekt (Suggestionsmittel) einzuschätzen oder gar dessen Bedeutung richtig zu bewerten. Ich meine es ist doch eine wunderbare magische Angelegenheit, aber die Dinge, die die Ärzte darueber von sich geben, spotten aller Beschreibung.

Zum Beispiel sind sie davon überzeugt, dass der Placebo-Effekt einfach "'nichts reales ist, oder auf keinen Fall so real, wie die sogenannten objektiven Wirkungen. Aber man kann immerhin am Placeboeffekt sterben - es gibt ein durchaus bekanntes Phänomen, das man den ,Placebo Tod' nennt. Es gibt placebobedingte völlige Krebsheilungen. Was kann man mehr von einer Wirkung verlangen, als das sie effektiv heilt? Manchmal erscheint es geradezu, als sei dem Placeboeffekt keine Grenze gesetzt.

Ein anderer ärztlicher Irrtum ist die Behauptung, dass nur einige Menschen placeboempfaenglich wären. Man sagt, der Placeböffekt träte nur bei Menschen ein, die keine bessere Schulbildung haben. Wenn du ein College absolviert hast, vielleicht sogar noch als Medizinstudent, dann erwartet man von dir, dass du dagegen immun bist. Unfug!

Es gibt Behauptungen, dass vor allem Süditaliener sehr anfällig fiir den Placeboeffekt seien, Skandinavier dagegen überhaupt nicht. Dabei zeigt jeder, wirklich jeder, Placebowirkungen, wenn nur die Umstände die richtigen sind. Für ein weiteres Fehlkonzept halte ich es, wenn man zwischen zwei unterschiedlichen Placeboarten unterscheidet. Die meisten Mitmenschen denken beim Begriff,Placebo' an Zuckerpillen. Das st das, was man eine ,inaktive Placebo' nennt, etwas ohne wirklichen Effekt. Die andere, die ,aktive Placebo' ist viel interessanter, da sie in derTat etwas bewirkt, ohne direkt beim Heilungsprozess feststellbar und erkennbar zu sein. Die aktiven Placebos sind nun mal viel stärker als die inaktiven, denn du spürst sie, du merkst, dass sich etwas in dir abspielt. Ich habe schon festgestellt, daR alle psychoaktiven Drogen echte aktive Placebos sind und dabei blieb ich. Sie lassen dich zeitweilig anders fühlen und du assoziierst jenes Gefühl mit einem bestimmten Bewusstseinszustand. Ich glaube, dass die meisten medizinischen Prozeduren aktive Placebos sind. Allein die Tat, in eine Arztpraxis zu gehen ist ein aktives Placebo. Dasselbe gilt für eine Spritze, wobei erstmal egal ist, womit sie bestückt ist. All das kann grundlegende Wirkungen und Veränderungen hervorrufen.

Ich erzähle gern Geschichten von Warzenheilungen, ja, ich sammle sie geradezu. Ich habe inzwischen eine riesige Liste von Rezepten und Aktionen die von den unterschiedlichsten Leuten gegen Warzen zu Hilfe genommen wurden. Das fängt damit an, dass einer rohe Kartoffeln auf seine Warzen reibt und sie dann bei einem bestimmten Mondstand unter einem bestimmten Baum vergräbt und das Spektrum reicht bis zur Warzenheilerin aus der Nachbarschaft. Es gib da einige sehr eigenartige Methoden. Einige haben garnichts direkt mit der Warze zu tun. Ich traf jemanden, der mir erzählte, seine Mutter habe ihm gesagt "Geh mitten in der Nacht runter in die Küche und klau was aus dem Kühlschrank." Auf keinen Fall drfe sie allerdings erfahren, was er da abgestaubt habe. Das war's. Die Warze fiel ab!

Was hat das nun alles mit dem Reiben roher Kartoffeln zu tun? Da findet man keinen gemeinsamen Nenner. Aber die Wirkung ist nun mal dieselbe.

Es ist ein typisches Merkmal, dass jemand solch eine Kur nachmittags oder abends durchführt und am nächsten Morgen wacht er auf und die Warzen sind einfach abgefallen ohne dass sie wieder nachwachsen! Weniger häufig kommt es vor, dass man etwas tut und die Warze im Laufe der nächsten 2-3 Wochen schrumpft und vertrocknet.

Jetzt vergleiche sowas einmal mit der herkömmlichen Warzenbehandlung von Ärzten. Wir trennen die Warzen aus, schneiden sie ab, frieren sie mit flüssigem Stickstoff tief oder beträufeln sie mit einer so starken Säure, dass man selbst als Mediziner höllisch aufpassen muss, damit nicht regulaere Fleischteile mit weggeätzt werden. In mehr als der Hälfte der Fälle, die so behandelt werden, wachsen die Warzen nach, oftmals sogar verstärkt und vermehrt.

Mich interessiert das Ganze so arg, weil es ein Paradebeispiel dafür ist, was geschieht, wenn eine gro8e Anomalie in deine Paradigma wuchert. (Beifall) Warzenheilungen sind nichts ungewöhnliches. Ich denke, dass wohl die Hälfte der Weltbevölkerung, vor allem in derJugend solche Erfahrungen gemacht hat. Dies ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Obwohl Warzen doch ziemlich häufig auftauchen und sich häufig dramatisch entwickeln - in 12 Stunden bildet sich ein fremder Stoff, verbinden sich Viren mit einem seltsamen fremden Organismus, sehr ungewöhnlich aussehende Wucherungen verschwinden plötzlich, schmelzen dahin, fallen ab und wachsen nicht mehr nach so hat doch bislang niemand dieses Phänomen gründlich untersucht. Niemand hat dies bislang zum Gegenstand einer konkreten wissenschaftlichen Untersuchung gemacht.

Was geschieht denn da? Den gemeinsamen Nenner findet man im Bewusstsein. Der Glaube an das was du tust. Irgendwie wird dieser Glaube durch das Nervensystem in Signale umgewandelt, die dann plötzlich sehr schnelle und dramatische Veränderungen am Körper verursachen.

Wenn ich an einer Stelle sässe, der es vergönnt ist, die Gelder fuer Krebsforschung in diesem Lande zu verteilen, so wue rde ich davon einen ganzen Batzen hergeben, um Mechanismen der Warzenheilung zu untersuchen und zu entschlüsseln. (Beifall)

Die Tatsache, dass so etwas eintach nicht ernst genommen wird, ist nur ein weiteres Beispiel dafür, was geschieht, wenn man an einem Modell festhaelt, das bestimmte Dinge und Mechanismen nicht anerkennt oder als irreal abtut. So geht es auch mit dem ,Bewusstsein', welches meiner Meinung nach in der Tat in der Medizin sehr tabuisiert wird.

Es ist verdrängt und vergessen. Es frustriert mich wie es mich belustigt, Ärzte zu beobachten, wie sie heute unbeholfen und mit viel Weh und Ach versuchen, das Bewusstsein als solches zu entdecken. Trotz allem lässt mich das auch hoffen. (Beifall)


4. Walter Houston Clark

Ich bin ein alter Freund von Tim und jedesmal wenn ich mit ihm zu tun habe, muR ich an die Geschichte von Lincoln und seinen Generälen denken. Einige werden sich vielleicht daran erinnern, dass anfangs des Bürgerkrieges ein sehr konservativer General namens McClellan mitmischte. Eines Tages zeigt McClellan Lincoln die Verteidigungsanlagen Washingtons. Sie drehten eine Runde und da steht plötzlich diese wundervoll plazierte Kanone - in Richtung Norden. Lincoln meinte daraufhin:"Nun, was soll denn das bedeuten?" McClellan dachte etwas nach und gab zu, dass es reichlich unwahrscheinlich sei, dass die Südstaatlervon Norden angreifen würden. "Aber für den Fall, dass sie es doch tut" sei man vorbereitet - also sei sie für die Verteidung Washingtons unerläßlich.

Lincoln sagte, das ennnere ihn an einen Debattierklub, dem er zu Zeiten, als er noch ein einfacher aufwärtstrebender Prärieanwal gewesen sei, angehört habe. Diese Klubmitglieder trafen sich etwa einmal monatlich, um ihre Denkfähigkeit aufzufrischen und sich einander im Umgang der rechtlichen Möglichkeiten zu messen. Also diskutierten sie gnadenlos ueber alles. Eines Tages nun war die Grundthese ihrer Diskussion die Frage "Warum haben Männer Brüste?" Lincoln erzählte, die Diskussion sei hin und hergegangen, Argumente fuer und wider wurden vorgebracht. Nach etwa drei Stunden stimmten sie dann überein, dass es absolut unwahrscheinlich sei, dass ein Mann ein Baby bekommen könne ... aber für den Fall des Falles, dass es doch geschehen wurde, hätten sie Vorrichtungen, die hilfreich sein könnten.

OK. Immer wenn ich nun eine Bühne mit Tim teile, muss ich auf alles gefasst sein. Ich möchte hier nun etwas über die Arbeit mit Strafgefangenen erzaehlen, ein Thema, das ich schon vorher angeschnitten hatte.

Natürlich habe ich anfangs nicht geglaubt, als er mir erzaehlte, er wuerde mit Zuchthausinsassen Psilocibin nehmen und dass einige der Knastinsassen geradezu wie mittelalterliche Mystiker reden würden. Aber er überzeugte mich, als er mir eines Tages einen der Strafgefangenen vorstellte, ja mich mit einer ganzen Gruppe bekannt machte. Er hatte absolut recht.

Er arbeitete wirklich mit diesen Gefangenen, von denen einige zu den gefährlichsten Verbrechern des Staates Massachusetts gehörten. Tim liess sie nicht nur wie mittelalterliche Mystiker reden, sie verhielten sich auch entsprechend.

Ich erzaehlte schon einmal die Geschichte jenes Haftinsassen, dem in einer Vision Jesus erschien und wie er ihm half, das Kreuz zu tragen Spaeter, als die Vision nachgelassen hatte, er zaehlte er "lch sah aus dem Fenster hinaus und mein ganzes Leben spielte sich vor meinen Augen ab. Und ich konnte nur sagen ,Was fuer 'ne Verschwendung . . .!"

Natürlich war dies ein Wendepunkt im Leben dieses Mannes. Bislang hatte man nichts mit ihm anfangen können. Je schlechter er behandelt wurde, je mehr man versuchte ihn einzuschüchtern oder zu disziplinieren, um so raffinierter wurden seine Ausbruchsversuche und um so übler seine Schwierigkeiten - bis Tim auftauchte. Er erzählte mir, Tim Leary sei der erste Mensch in seinem Leben gewesen, bei dem er das Gefühl gehabt habe ,Dieser Typ ist absolut auf meiner Seite'. Das war also ein Wendepunkt im Leben dieses Mannes.

Er machte daraufhin weiter, beeinflusste seinen Freund, der ebenfalls einer der ,übelsten Typen' war. Auch dieser hatte ein religiöses Erlebnis und bald gründeten sie eine Organisation, die sie ,Selbsthilfegruppe' nannten (ca. 1964. Anm. d. Ue.) und das alles innerhalb der Knastmauern.

Sie therapierten dabei nicht nur sich selber. Als ich an einigen ihrer Gruppensitzungen teilnahm, wurde ich überrascht, wie effektiv sich die Gefangenen gegenseitig beeinfluAten. Wenn ich nun der Vorsitzende dieser Versammlung gewesen wäre, mich hätten sie glatt verarschen können, aber untereinander konnten sie sich nichts vormachen. Als sie sich plötzlich vornahmen, ab sofort ein korrektes Leben zu fuehren, da war dies wirklich ihr Anliegen.

Nun, das waren einige meiner Randbemerkungen uber Tim und seine Arbeit. (Beifall)


5. Paul Krassner

Ich glaube, ich habe irgendwann eine Überdosis Kosmisches Bewusstsein abbekommen.

Wo ist Carl Sagan, jetzt wo wir ihn brauchen? Der Barly Manilow der Wissenschaft! (Beirall)

Ich denke, ich sollte erwähnen, da8 ich mein Image ein wenig verändert habe. Ich gehöre nun der psychedelischen Punkabteilung der Krishnaleute an. Und ich bin einer beigetreten. Das ist eine Gruppe von Künstlern und Schreibern und Performern, die immer zu feige waren, einer richtigen Gang beizutreten, aber trotzdem so Jacken besitzen wollten. ~~ alle grossartige Jacken mit einem Drachen auf dem Rücken.

Und das ist toll. Es heisst Paranoia. Bislang bist du immer die Strasse entlanggelaufen und hast gedacht "Was ist denn mit denen los?" - Jetzt weisst du es endlich.

Wir haben einen starken Namen, die "Artista". Jedes Bandenmitglied hat seinen eigenen Bandennamen. Meiner ist Rumpleforeskin (Eine Mischung zwischen Rumpelstilzchen und "foreskin' - Vorhaut. Gelächter).

Ich habe versucht, mich unter diesem Namen im Telefonbuch von San Francisco eintragen zu lassen, aber es war eine harte Angelegenheit. Ich ging durch alle Instanzen und letztendlich meinte der Chef "Wir können Sie als Foreskin, Rumple eintragen." (Gelächter und Beifall)

Aber ich widersetzte mich einem solchen Kompromiss. Das ist einfach nicht mein Name. Ich meine, wie wuerde ,Liberace' denn dann eingetragen? Als ,Ace, Liber'? Das ist doch nicht dasselbe?

Nun, hier wird von uns erwartet, daß wir erzaehlen, warum wir so hoffnungsvoll und optimistisch sind. Für mich sind wohl etliche beschädigte Chromosomen der Hauptgrund. (Gelächter und Beifall)

Mir fiel auf, dass Walt Clark meinte, das waere ein ,Mythos' - aber Andy Weil meinte, dass ,jedes Placebo wirkt. Was also werdet ihr tun? Ich meine, was kann man von einer Bewegung erwarten, die ihren Ursprung bei ,Hanky Panky' hatte? (Stöhnt) Nun gut, man muss sich erst die Täler anschauen, um die Gipfel richtig schätzen zu können (lfalls es welche gibt.)

OK, das zweite Kolloquium Iaeuft seit gestern und es wäre doch nett, wenn  ich euch einige Einzelheiten  unterjubele" die euch vielleicht nicht so aufgefallen sind. Ich habe mich nämlich mit sehr offenen Augen herumgetrieben.

Einen Typen habe ich beobachtet, der hatte immer hübsche Mädchen auf dem Schoss sitzen - alle Halbe Stunde eine andere. Er hatte wohl eine Massage für die unteren Rueckenpartieen entwickelt und hantierte da rum, als waere es eine Art von Akkupressur, immer auf den richtigen Punkt. Jedesmal jedoch, wenn jemand etwas vernünftiges sagte, war er bereit diesen Punkt  sausen zu lassen um zu applaudieren. Das ist in der Tat etwas, das mir Hoffnungen macht - dass man seine Aufmerksamkeit zwischen dem Empfindungsvermögen und dem Immerwährenden aufteilen kann.

In der Tat hat Tim eine Bemerkung gemacht, die ich schon einmal vor langer Zeit zitiert habe: "Marihuana macht dich dumm, aber sinnlich." Ist das richtig zitiert, Tim? (Gelächter)"Ahem, ich weiss das nicht so recht, ich rauche schon seit . . (Gekicher)

OK. Das ist eines der Dinge ueber die gestern Abend geredet wurde. Ein Wissenschaftler versucht da mit Hilfe von kanadischen Mäusen selbiges zu ergründen. Eine Mäusegruppe bekam Marihuana zu rauchen, die andere Hälfte nicht. Alle wurden mit Krebs verseucht. Die Hälfte, die immer noch intelligent war - weil sie kein Gras geraucht hatten - meldete sich freiwillig zum Lätrilversuch. (Gelächter) Die anderen Mäuse gingen aus und vögelten! (Gelächter) Und beide Versuchsgruppen wurden geheilt! (Gelächter und Applaus) Nur die Wissenschaftler bekamen Warzen. (Gelächter und Beifall) Was wiederum der Beweis wäre, dass immer irgendwo plötzlich ein Happy-End auftaucht.

Gestern Nacht lief eine Diskussion,ob es denn möglich sei, bewusst im Einklang mit Allem zu sein und trotzdem das Kundalini zu haben.

Kundalini war für mich immer eine sehr Mannorientierte sexuelle Praxis. Der Mann hält den Samenerguss zurück, erzeugt einen Rückstau, die Spermien drängen vom Penis das Rückrat aufwärts, bis unter die Schädeldecke, wo sie Glatzköpfigkeit von innen heraus heilt. (Gelächter und Beifall)

Dann war da noch eine andere Gruppe - eine neue Sekte. Sie beziehen ihre theologischen Kicks aus ,Celestial Seasoning's Teebeutelkartons. (Geäechter und Beifall)

Etwas was mir weit mehr Hoffnungen macht als alles andere, sind - wenn wir die seltsamen ,Spinner' sind, dann sind es die Kinder dieser Spinner, die mir Hoffnung machen.

Vor ein paar Wochen traf ich in Minneapolis eine Frau mit einer I0jährigen Tochter. Diesem Kind war in einer TV-Werbung Sexismus aufgefallen ... die Mutter hatte davon nichts bemerkt. Eine I0jährige machte sie erst darauf aufmerksam.

Es war ein Werbespot für Rondo Bier. Ein männlicher Athlet kommt herein, trinkt sein Bier und zerquetscht die leere Dose. Eine Frau kommt herein, trinkt ihr Bier und zerquetscht die Dose nicht. Und die 10jährige war aufmerksam genug, das zu bemerken und die Zusammenhaenge zu erkennen. Das ist etwas, das mir viel Hoffnung macht. So ein Bewusstsein.

Ich habe auch einen 6jährigen Haschisch-Dealer getroffen, der mir ... (Gelächter). Das war allerdings nicht in Amerika. Das war in Woodstock. (Gelächter)

Was sie nicht alles anstellen - Reagan will Woodstock jetzt nur noch mit 2 ,c's buchstabiert wissen, nur um es denen zu zeigen, die Amerika jetzt mit ,k' schreiben. Gleiches Recht für alle.

Meine eigene Tochter, Holly, ist jetzt 17. Sie ist ein Hoffnungsbrunnen für mich. Als ich in ihrem Alter war, konnte ich doch mit meinen Eltern nicht über Sex reden. Als sie jedoch 16 war, rief sie mich eines Tages an und spielte mir Carly Simon's Platte ,Daddy, I'm no virgin' (Papi, ich bin keine Jungfrau). Wisst ihr; ich meine, ich war einfach, ich war stolz auf sie!

Ich muss gestehen, dass mich ein Anflug des Bedauerns und des Neids überkam. Denn als ich 16 war, hatte ich noch keine Chancen, und ihr wisst, man will es ja einfach nicht zugeben, wenn man die schlechteren Karten hat ... aber dann denkt man auch "Auch, diese Jungs und Mädels heutzutage - kein Verständnis für die Freude der vorehelichen Enthaltsamkeit!" (Gelächter)

Wo war ich stehengeblieben? OK. OK. Also meine Tochter Holly ist gerade in die High School gekommen. Sie hatten da Besuch von so einer Drogenrehabilitationsgruppe in ihrer Klasse, die versuchten, die Jugendlichen vor ,Gefahren' zu warnen. Die Kids sind nun mal recht raffiniert. Da mussen die Leute der Drogen Reha schon ganz schön gung-ho sein, um nicht im Knast zu landen.

Den Kids ist das klar, also spielen sie mit ihnen herum. sie haben von diesen Tests gehört, nicht nur das, aber ich denke, das ist der 2. Schritt, der an das anschliesst, was Walther Clark sagte. Wenn Männer für den Fall, dass sie Babys bekommen, Brüste haben, und das Rauchen von Marihuana kann einem Manne zu Brüsten verhelfen ... vielleicht ist das ein weiteres Glied in der Kette. Vielleicht lassen dann auch die sexuellen Belästigungen in Bueros nach. So etwa: "Nehmen sie bitte meinen Brief auf, während ich mich befriedige."

Ich vergesse es immer wieder: ist es nun die rechte Hirnseite, die den linken Nippel ersteift? (Gelächter) Ich bekomme immer Kopfschmerzen, wenn ich mich bemühe, diesen ganzen Scheiss klar zu kriegen.

Wisst ihr, was die Montgomery Hügel sind? Dies ist ein intelligentes Publikum! Wo steckt denn hier die ,höhere Intelligenz'. WiRt ihr nicht, was die Montgomery Hügel sind? Wirklich, dies soll keine Kabaretteinlage sein, es geht mir nur um jene Hügel.

Es sind - kennt ihr eure Nippel? Das ist eine rein rethorische Frage; stellt sie euch jetzt nicht selber vor. (Gelächter) Um die Nippel ist diese runde dunklere FIaeche, das ist die Areola. Die kleinen Pickelchen darauf, das sind die Montgomery Hügel. Ich meine. ihr solltet sie kennen, mit ihnen reden. Sie haben so eine Art Persönlichkeit. Sie haben - ihr solltet ein MontgomeryHügel-Bewusstsein haben.

Ich möchte auch wenn, dass ihr nicht wisst, was die Barthelanschen Drüsen sind ... das ist aufregend! Etwas - es ist, nun gut, der weibliche Liebessaft.

Der erstsemestrige Medizinstudent Pete Barthelan war mit seiner Freundin im Kino. Er sagte plötzlich "Mensch, bist du aber nass!" Und dann dachte er "lch könnte den Saft ja nach mir benennen!" Wie könnte man eine bessere wissenschaftliche Anerkennung finden?

Ihr wisst aber wohl, was ,Temesis' ist. Temesis. Wie wird es betont, weiss das jemand?

Es ist eine medizinische Umschreibung fuer den Zustand nach dem Scheißen, wenn du eigentlich fertig bist aber dennoch das Gefühl hast, es käme noch mehr. So wird das benannt.

OK. (Gelächter) Praktiziere ich hier Temesis? OK. Alles klar. Also, diese Leute vom Drogen Reha kommen und warnen die Kids. Sie sagen z.B. "Wenn ihr nach Hause geht, erkennen eure Eltern sofort, wenn ihr gekifft habt! Sie können es sehen. Eure Pupillen sind klein, ihr sprecht nur schleppend und euer Kurzzeitgedächtnis läesst nach." Und die Kids erwidern: "Was geschieht, wenn wir nach Hause kommen und die Eltern total stoned sind? Wenn der Vater schleppend redet und albern kichert und du sagst ,Hi Mammi!', und sie nur,Huh' sagt. Sie hat sowohl ihren Namen wie auch ihre Rolle vergessen?"

Sie müssen zugeben, das ist ein Problem. Sie versuchen den Kindern Warnungen zu verpassen. Sie fragen z.B. "Wieviele von euch nehmen Quaadeludes? Etwa sechs Jugendliche haben sie schon genommen, aber trauen sich nicht den Arm zu heben. (Beifall und Gelächter) Also wird gesagt: "Wenn ihr drei Tage nachdem ihr Quaadeludes genommen habt, einen Joint raucht, stellen sich dieselben Effekte als Flashback wieder ein.'' Das ist so wie 1984. Es war als Warnung gedacht, aber die Leute nehmen es als Plan ... (Gelächter)

Also sagen die Kids:"OK. Das klingt nach Hausaufgaben. Drei Tage. Ich werd ein paar Quaadeludes nehmen und das mal testen.''(Gelächter)  Ein Jugendlicher fragte, ob die ,Silbernen Streifen' gutes LSD wären. Die Drogen Rehabis hatten wohl schon von ,Orange Sunshine' gehört, welches in Tablettenform kommt und von ,Grünen Pyramiden', die es als kleine grüne Gelatinepyramiden gibt. Von ,Silbernen Streifen' hatten sie noch keine Ahnung, bis einer der Jungen bekannte, das sei - kennt ihr diese neue Art der Überwachung von Bibliotheken? Da wird in die Bücher so ein metallener Streifen eingezogen, der elektronisch bearbeitet ist, so da8 der Metalldetektor am Ausgang piept, wenn du ein Buch abstauben willst.

Also, jemand hatte so Streifen verteilt und das wars.

Bis auf ein Kid, das hinten in der letzten Reihe aufschrie. Der Junge hatte solch einen Streifen geschluckt und tripte voll placebomässig.

Also gingen ein paar der Kids mit ihm runter in die Bibliothek und er tat so, als wuerde er Bücher klauen, ging durch die Kontrolle und es piepte. Es ging so weit, dass sie ihn völlig entkleideten und er ging nochmal durch die Kontrolle und es piepte immer noch. So riefen sie schliesslich die Reparaturwerkstatt an, da8 sie sich die Maschine mal ansehen sollten.

OK, laßt mich noch meine Lieblingsgeschichte über die Gründe optimistisch zu sein erzählen und dann werde ich das Wort zurück an Tim Leary geben.

Es geschah vor ein paar Jahren an der Universität von Kansas. Es gab eine Podiumsdiskussion und die Teilnehmer waren Ken Kesey, ich selber und May Lerner - sie hatten ihn sich von ,Rent-a-liberal' ausgeliehen. (Applaus und GeIächter) Wenn er die Geschichte erzählt, meint er wahrscheinlich, uns hätten sie von ,Rent-aweirdo' ausgeliehen, so gleicht es sich wieder aus. Zusätzlich war noch ein Chicano Professor von der Uni in der Rednerrunde.

Nach der Diskussion durften Fragen gestellt werden. Wir hatten ein Mikrophon auf der Bühne und Leute kamen rauf und stellten eine Frage und diese wurde beantwortet. Nachdem etwa die Hälfte der veranschlagten Zeit rum war, kam ein verkrüppelter Zwerg auf Krücken herauf zum Mikrophon und alle Anwesenden waren ein wenig angespannt und sehr ruhig. Dies war noch, bevor es eine Behinderten-Lib Bewegung gab und die Leute waren ganz schön geschockt jemanden wie ihn, einen Zwerg mit Krücken, am Mikrophon zu erleben.

Er fing an die Diskussionsrunde anzustarren und sagte: "lch für meinen Teil lehne den Pessimismus ab, den ich aus dieser Runde vernommen habe. Ich mag diesen Negativismus nicht. Ich lese viele Zeitschriften der Untergrundpresse und renommierte Zeitungen. Ich führe mit vielen Menschen Telefonate. Ich weiss, dass das, berufsmäßige' Tauschen (,Bartering' - ein Trend in den USA so viel wie möglich bargeldlos zu tauschen. Anm. d. Uebers.) selbst bei normalen Bürgern stark an Popularität gewinnt. Überall entstehen Food-Coops. Ich sehe, wie viele Menschen auf jede nur mögliche Weise in die Lokalpolitik eingreifen . . ." Er fuhr fort "lch sehe . . ." - und er hörte gar nicht mehr auf all die Dinge aufzuzählen, von denen er meinte, dass sie einen einfach optimistisch stimmen müssten.

Niemand aus der Rednerrunde wollte darauf antworten. Nur der Chicano Professor stand auf und sagte: "Nun, Sie haben gut reden - Sie sind ein Weisser!" (Gelächter und Applaus)

Daran versuch ich mich in meinen optimistischen Phasen immer zu erinnern.

Nun möchte ich mich mit einer"guten'' und einer "schlechten" Nachricht von Euch verabschieden.

Die ,schlechte Nachricht' ist die, dass im Bullotin of atomic Scientist, in dem ab und an der neue Stand der ,Untergangsuhr' abgedruckt wird, welche anzeigt, wieviele Minuten uns noch bleiben - ohne dass ich wüsste, welche Zeitverhältnisse sie dem zugrunde legen - dass eben diese Uhr vor ein paar Monaten auf drei Minuten vor Mitternacht gestellt wurde, oder klar ausgedrueckt, Mitternacht steht fuer die atomare Auslöschung und wir stehen kurz davor. Das ist die schlechte Nachricht.

Die ,gute Nachricht' ist, da8 Wissenschaftler Menschen wie du und ich sind. Sie stellen ihre Uhren immer 10 Minuten vor. So haben wir noch eine Gnadenfrist. Danke (Applaus)


6. Robert Anton Wilson


Einer der interessantesten Aspekte des "Placebo Effekts", der von Dr. Weil diskutiert worden war, ist eine jüngere Studie, die aufzeigt. dass Aerzte eher geneigt sind, Leute den Placebos zu geben ... - ich meine, Placebos den Leuten zu geben - sehen Sie, Verlust des Kurzeitgedaechtnisses - jedenfalls Arzte sind eher geneigt, Placebos Leuten zu geben, die nicht davon profitieren, und weniger bereit denen zu geben, die davon profitieren.

Diese Studie war in einem grossen Hospital gemacht worden und es stellte sich heraus, dass es im Grunde zwei Sorten von Patienten gab. Da gab es jene, die wollten, dass es ihnen gut geht und die, die ein weilchen laenger krank bleiben wollten --- da sie die Beschaeftigung mit bestimmten Problemen meiden möchten, mit denen sie sonst konfrontiert waeren.

Und Aerzte geben Placebos denen, die lieber krank bleiben wollen. Und bei diesen Patienten wirken die Placebos nicht, so wie jede andere Art von Therapie nicht wirken wuerde - da es nicht in ihren Spielplan passt.

Die Leute, die am besten auf Placebos reagieren wuerden, sind die, die gesund werden wollen. Aber ihnen geben die Aerzte keine Placebos. Denn Aerzte geben Placebos den Patienten, die sie bestrafen wollen. So kam es heraus. Es ist die Art der Aerzte, zu sagen: "lch bin klueger als du, du Schwachkopf. Ich weiss, du machst mir was vor!" Deshalb also geben sie ihnen Placebos. Deshalb also auch geben sie nie Placebos an die, die etwas davon haetten.

Göthe sagte, dass der Unterschied zwischen einer"schönen Frau" und einer "huebschen Frau" der ist, dass die schöne Frau einen "Hauch des Ungewöhnlichen" an sich haette. Und dies hat mit Kreativitaet zu tun.

Kreativitaet besitzt diesen "Hauch des Ungewöhnlichen". Kreativitaet ist die Verbindung von Ungewohntem. Das, was du nicht erwartest. Wie etwa:"Rosen sind rot I Veilchen sind blau I Du denkst dies reimt sich I Doch gar weit gefehlt." Dies ist eine maßvoll kreative Leistung von Steve Allen.

Alle Kreativitaet beinhaltet diese Form, wegen derer Göthe erkannte, dass Schönheit die Eigenschaft des "Ungewöhnlichen" besitzt. Und als Göthe die 5. Symphonie von Beethoven hörte, sagte er: "Dies ist ganz einfach verblueffend."

Es war "ganz einfach verblueffend", weil die Verbindungen zu ungewöhnlich, zu ungewohnt waren. Es dauerte fast 50 Jahre, bis Europa dies verstanden hatte.

Der grö8te Teil der literarischen Welt brauchte sogar ungefaehi 60 Jahre, um J. Joyces "Ulysses" zu verstehen. Zuerst war Joyce "ganz einfach beeindruckend und verblueffend." Das Interessante an der "lntelligenzsteigerung" ist die Tatsache, dass es sich um einen Teil des Evolutionsprozesses handelt, den man an einer Kurve darstellen kann. Graf Korzybski war der erste, der Kurven dieser Art machte, damals in den Zwanzigern. Ein Psychologe namens Bontrager an der University of Pennsylvania hat Hunderte solcher Kurven. Bucky Fuller hat auch solche Kurvengemacht.

Eine der interessantesten, die ich "das springende Jesus-Phaenomen" nenne: Ich habe einen Artikel darueber fuer das Magazin "Futurific" geschrieben und sie wollten es nicht drucken, weil sie meinten, sie könnten die Gefuehle ihrer christlichen Leser verletzen.

Ich hielt dies fuer etwas abwegig, denn ich wollte gar nicht verletzen. Ich wollte Jesus den gleichen Ruhm geben, wie ihn etwa Ohm und Faraday genie8en - nach denen "Ohm" und "Farad" genannt werden. Und irgendwann werden wir eine Masseinheit "Leary" benuetzen, das muss so kommen. Und ich dachte, ich tu Jesus einen Gefallen, wenn ich eine Masseinheit aus ihm mache. Ich habe dies von Georges Anderla, einem französischem Wirtschaftswissenschaftler, der eine Studie machte fuer die öCD, in welcher er versuchte die Anzahl von Fakten zu schaetzen, die seit dem Beginn der Geschichtsschreibung hinzugekommen ist. Er hat nicht versucht Weisheit zu messen, denn dies ist ein wenig schwierger und verborgener. Fakten, die man zaehlen und schaetzen kann, indem er moderne Informationstheorien und mehrere Statistik-HilfsmitteI benutzte.

Und er setzte die Anzahl von Faken eines jeden Jahres zu einer Kurve zusammen um zu sehen, wie die Kurve wohl aussehen mag. Und diese gottverdammte Kurve sah aus wie eine Himmelsrakete!

Er hat zum Beispiel, die Anzahl bestimmter Fakten zur Zeit der Geburt von Jesus genommen als eine Masseinheit, um die Graphik einfach zu halten. Und dann hat er gesehen, wie lange es dauerte, bis diese sich verdoppelte.

Und so habe ich den Anfang dieser Kurve "1 Jesus" genannt, da es vom Jahr 1 unserer Zeitrechnung datiert ist, das angenommene Jahr der Geburt des spaeteren Erlösers. (Lachen) Tatsaechlich ist er im Jahr 4 v.Chr. geboren, doch das  fuehrt zu weit.

Es dauerte bis zum Jahr 1500 bis wir 1 "Jesus" hatten, bis die Anzahl von Fakten verdoppelt war. Bis zum Jahr 1500 hatten wir 2 Jesus im Speicher. Und um 1500 ging die Renaissance voll los.

Die naechste Verdoppelung wurde um 1750 erreicht - dies waren nur 250 Jahre. Es dauerte 1500 Jahre um von einer Masseinheit zu 2 Einheiten zu kommen - 2 Jesus. Und 250 Jahre um  von 2 Jesus zu 4 Jesus zu kommen.

8 Jesus waren im Jahr 1900 erreicht, nur 150 Jahre. In den mechanischen Ingenieurwissenschaften, die ich mal begonnen habe zu studieren, bevor ich mir ueberlegte zu leben ohne zu arbeiten - so wurde ich Schriftsteller ... (Lachen) "Rosen sind rot I Tinte ist schwarz'' - eine Variation von unserem Anfang hier.

Wir waren im Jahr 1750 glaube ich. Die naechste Verdoppelung war um's Jahr 1900 - 8 Jesus. Die naechste Verdoppelung bringt uns 16 Jesus um das Jahr 1950. Die naechste Verdoppelung - 32 Jesus erreichten wir um 1960. Sie sehen, die Abstaende werden kleiner und die Ver doppelung bewegt sich schneller.

Um 1960 hatten wir die weltweite Jugendrevolution, die jeder ersticken wollte, obwohl nie mand weiss wohin es fuehrt. Um 1967 war die naechste Verdoppelung erreicht - auf 64 Jesus.

Um 1973 waren wir bei 128 Jesus, zu welcher Zeit Georges Anderla seine Untersuchung beendet hatte. Seit 1973 habe ich keine solcher Statistiken mehr gesehen, doch ohne Zweifel ist der Verdoppelungsprozess am Laufen.

Als Mechanikingenieur misst man eine Maschine an ihrer Umdrehung pro Sekunde. Betrachtet man die menschliche Geschichte ueber einen grösseren geologischen Zeitraum, muesste man in Umdrehungen pro Jahrtausend rechnen. Und man könnte sagen, dass fuer eine lange Zeit es voranging in viertel Umdrehungen pro Jahrtausend, bis in geschichtliche Zeitraeume, und dann handelte es sich um eine Umdrehung pro Jahrtausend.

Ab etwa 1500, und dieses "springende Jesus Phaenomen" bewegt sich tatsaechlich voran, kann man menschliche Entwicklung in 1 Umdrehung pro Jahrhundert messen.

Im 20. Jahrhundert, dass die Anzahl "wissenschaftlich bekannter Fakten" sich zwischen 1900 und 1950 verdoppelt hat, kann man die Entwicklung in Umdrehung pro Jahrhundert messen und wir sehen, es brauchte 2 Umdrehungen bis 1950. Aber seitdem verdoppelt es sich schneller, so daB wir nun in Umdrehungen pro Jahrzehnt rechnen muessen.

Tim behauptet auf seine mystische Art, dass die Forschung nach " Lebensverlaengerung' ' zur selben Zeit erscheint wie "Auswanderung ins All" - da der DNA Code weiss, dass wir zugleich mit der Verlaengerung des Lebens eine Hölle aus einem einzigen Planeten machen werden. Ich denke, dass bewusstseinsveraendernde Drogen nicht nur die Psychedelika, sondern alle Arten von bewusstseinsveraendernden Drogen, Tranquilizers, antipsychotische Pillen, Energiespender usw. eine evolutionaere Notwendigkeit sind die zu diesem Zeitpunkt auftreten mussten.

Da die Dinge sich schneller und schneller entwickeln, können wir uns nicht mehr die Menge an Dummheit leisten, die wir sonst ertragen konnten. Das Phaenomen, von dem Tim sprach - von dem Kuhns Buch handeit - "The Structure of Scientific Revolutions" - worauf es im Grunde hinauslaeuft, ist, dass mit wenigen Ausnahmen, seltenen Mutanten, aeltere Wissenschaftler nie ein neues Paradigma akzeptieren. Der Weg, dass neue Paradigmata angenommen werden, ist, dass die alten wegsterben und dass die jungen Wissenschaftler in die wichtigeren Positionen an den Universitaeten nachruecken, und dann wird das neue Paradigma allmaehlich akzeptiert.

Jetzt aber, wo Lebensverlaengerung möglich wird, kann das nicht mehr so weitergehen. Tatsaechlich sagt Rosenfeld in seinem Buch "Pro Longevity'', wann immer er vor Wissenschaftlergruppen ueber Lebensverlaengerung referierte, dass immer einei da war der meinte "mein Gott, wenn der Dekan der Fakultaet nie mehr stirbt, wird der Fortschritt zum Stillstand kommen!" (Lachen)

So brauchen wir also etwas anderes, um den Tod als Intelligenzverstaerkung zu ersetzen. Im allgemeinen war es notwendig, um die Intelligenz zu vergrösern, uns von den Leuten zu be freien, die keine neuen Imprints erlebt hatten seit ihrer Jugendzeit - so wuerde Tim es formulieren.

Wir brauchen Wege, damit die Leute ihre Hirne schneller veraendern können. Und plötzlich haben wir diese erstaunlichen neuen Technologien. Es passiert ueberall um uns herum. Und es ist nicht nur chemisch, sondern auch elektromechanisch - Biofeedback - und ebenso alle möglichen althergebrachter Techniken die gerade wieder neu entdeckt werden.Da gibt es Yoga-Klassen ueberall. Wir lernen unser Hirn zu kontrollieren, und wie wir mit der Tatsache umgehen, dass wir alle mit mehr unf mit schnelleren Veraenderungen leben können.

Zum Beispiel, um zur Lebensverlaengerung um 1750 zurueckzugehen: als das menschliche Wissen sich gerade verdoppelt hatte, möglich in Europa. Und deshalb finden wir - ich erforsche gerade die Epoche fuer einen Roman an dem ich arbeite - wir finden, dass radikale Ideen jeglicher Art ueberall emporspriessen, die niemals vorher gedacht worden waren.

Und wenn man beginnt sie zu untersuchen, finden wir, dass, was man fuer grosse Entdeckungen des 19. Jahrhunderts haelt, schon damals gedacht wurde. So etwa die Evolutionstheorie: sie erscheint in Buffons Buch ueber"Naturwissenschaften". Und tatsaechlich finden wir - 200 Jahre vor Allan Harrington, der als erster ein Buch ueber dieses Thema verfasst hat, finden wir um 1770 in Frankreich den Mathematiker Condorcet, der gesagt hat:"Wissenschaft wird sicher irgendwann physische Unsterblichkeit ermöglichen.''

Und Benjamin Franklin hat in unse rem Lande zur gleichen Zeit dasselbe gesagt.

Dies geschah, weil die Beschleunigung eine Menge Wirklich wilder, kreativer Gedanken entfesselte. "Eine au8ergewöhnliche Art von Schönheit". Ich denke ueber Gedanken als eine "aussergewöhnliche Schönheit" im Sinne von Göthes Metapher.

Der ganze Prozess birgt einen interessanten Vektor, geographisch betrachtet. Er hat sich staendig westwaerts bewegt und ein wenig nach Norden, durch die Geschichte hindurch.  Die ersten Zeichen der Bronzezeit findet man in Thailand und Cambodscha, so dass die Bronzezeit im Fernen Osten begann und nicht im Nahen Osten, wie immer behauptet. Sie breitete sich aus nach China und dann nach Indien. Dann erreichte sie den Nahen Osten wo wir die ersten Zeugnisse von dem finden, was wir Zivilisation nennen. Und dann ging es weiter.

Und wenn man die Zeugnisse dieser Art von Wanderung untersucht, findet man dasselbe gemeinsame Phaenomen. Was es in Griechenland um 400 v.Chr. gab, gab es spaeter in Rom im ersten Jahrhundert n.Chr. Er ist das, was in Italien um 1500 existierte, als das "springende Jesus Ding" sich verdoppelte. Es ist das was England um 1750 hatte, als das "springende Jesus Ding" sich vervierfacht hatte, und es bewegte sich weiter westwaens. Es ist das was wir an der Ostkueste hier hatten in New York und Boston zwischen 1800 und 1900 als alles dort angekommen war. Und es ist das, was wir jetzt in Kalifornien haben.

Die Formel ist "Granola": Obst, Nuesse und Flocken. Es ist das, was man in Athen findet, um 400 v.Chr., was man im Renaissance-ltalien findet, und was wir hier haben, jetzt.

Ich bin sehr zurueckhaltend zu sagen, welcher Gruppe ich angehöre - dies soll das Auditorium entscheiden.

Das "Aussergewöhnliche", das "Undenkbare" - daher kommt Kreativitaet. So wie mein Lieblings-Schachspieler Alekhine - in einem seiner Spiele setzt er mit einem Bauern "Schachmatt". Jeder, besonders sein Gegenspieler hatte gedacht: "Was wird er mit der Dame tun"",Was kann er mit dem Laeufer machen?", "Was fuer eine uebler Zug liegt in dem gedeckten Turm?" Und dieser Hurensohn kommt mit einem Bauern und - schachmatt!

Niemand konnte so etwas sich ausdenlten, au8er Alekhine.

Beethoven geht vom 3. Satz in den 4. Satz in seiner 5. Symphonie - ueber, ohne die uebliche Pause - was niemand erwartet hätte. Und dies istzum Teil derurund, dass Göthe sagte: "Ganz einfach beeindruckend", weil es nicht so klang wie alles, was er vorher gehört hatte. Aber es geht! Ein grosses Gedicht ist immer ein Schock fuer das Nervensystem, und die unmittelbare Reaktion ist:"Was soll der Unsinn?!"

Wenn man eine grosse Sammlung kreativer Arbeiten durchgeht, Gemälde, Kammermusiken, Dichter ihre Gedichte deklamieren, Skulpturen, wenn Wissenschaftler ihre neuesten Theorien vorstellen, Philosophen ihre letzten Meditationen darlegen - und wenn dir alles einleuchtend vorkommt, dann kannst du sicher sein, es ist alles drittrangiger Quatsch.

Aber wenn du irgendwo hinkommst und jeder kommt dir verrueckt vor, wie Paris in den Zwanzigern, mit Joyce und Pound und Gertrude Stein und Picasso und Brancusi und so weiter, wenn sie alle verrueckt zu sein schienen und alle zusammen etwas zu machen schienen, was keinen Sinn ergab, - Kreativität lag in der Luft!

Denn Kreativität ist die "Verbindung von Ungewohntem" und die Verbindung des Ungewohnten ist"Negative Entropie". Und dcis ist keine Metapher. Claude Shamon beweist das in einem Buch "The Mathematical Theorie of Communication" (1948) und es ist eine Schande, dass fast keiner der Soziologen genug von Mathematik weiss um dies Buch zu verstehen.

Aber die Verbindung des Ungewohnten erzeugt eine höhere Ebene der Kohärenz, und ge nau das ist Information. Bucky Fuller sagt, Menschen sind "örtliche Problemlöser". Der Grund, warum wir örtliche Problemlöser sind ist, dass wir Ungewohntes miteinander verbinden können, und das erzeugt eine höhere Ebene der Kohärenz. Und deshalb hat Prigogine recht.

Prigogine erhielt den Nobelpreis fuer seine Arbeit ueber "Auseinanderlaufende Strukturen". Und eine seiner Entdeckungen ist, dass, je komplexereine Struktur ist, umso verletzlicher sie ist. Je mehr sie diese "ausserordentliche Schönheit" besitzt, die ich erwähnt habe - wie ein Ameisenhaufen, ein Termitenhuegel, eine menschliche Stadt. Und je komplexer Sie ist, umso mehr ist die Struktur unstabil und neigt dazu, zu verschwinden, sich aufzulösen.

Was Prigogine entwickelt hat, steht im Gegensatz zum 2. Gesetz der Thermodynamik, welches allein fur geschlossene Systeme gilt. Und dieses System "sich entwickelnder, offener Systeme" wird sich auflösen zu einer höheren Kohärenzebene.

Und das "springende Jesus Phänomen" hat uns zu dem Punkt gebracht wo Wissen sich mehrere Male verdoppelt hat seit 1960 und ist dabei, sich weiter zu verdoppelln und wird sich vielleicht im nächsten Jahr wieder verdoppelt haben, und zweimal verdoppelt haben, bis wir das Jahr 1990 erreicht haben - während diesem Prozess laufen wir auseinander, zusammenbrechend, nicht in das Chaos, nicht in den Zusammenbruch der Zivilisation, sondern in Richtung auf eine höhere Ebene der Kohärenz.

Wir haben das Gesetz der Erdanziehung sicherlich nicht nur innerlich widerlegt. Unsere Raumabenteurer sind unterwregs in Dimensionen, in denen zuvor noch keine Frau und kein Mann gewesen sind.

Es ist kein Zufall, dass sich die Raumfahrt unddie Bewegung der neuen Innerlichkeit schneiden und teils parallel verlaufen. Ihr wisst schon, die grosse Acid-Bewegung musste fuer eine Weile in den Untergrund gehen, genau wie auch die Raumfahrt zu.Nixons Zeit in den Untergrund ging. So ist es auch kein Zufall, dass jetzt mit der Space Shuttle auch wieder neues Acid verfuegbar wird. (Beifall)

Wir haben das Gesetz der Entropie widerlegt. So sind wir nun in der Lage, die Strukturen, die uns umgeben, zu unterscheiden und dadurch intelligent und harmonisch in Beziehung zueinander zu bringen. Wir haben die Schwerkraft widerlegt. Wir werden den Rest unseres Lebens nicht wie Gewuerm und Schlangen am Grunde dieser 6000 Meilen verbringen, denn wir werden, wie  ihr wisst, unsere eigenen Städte im All erbauen.

Der DNS Code, die DNS Forschung, die GAIA Hypothese von Lovelock und Margolis. Die Immunlogen, die uns nun nicht mehr nur gegen Thyphus impfen können, sondern auch gegen Dummheit, Impotenz, Aggressionen etc. Unsere  Freunde in Berkeley und am UCLA erzählen uns schon Iängere Zeit, dass es innerhalb von 2-5 Jahren möglich sein sollte, eine Pille oder Impfung zu entwickeln, die das menschliche Leben zu verdoppeln vermag. So wird dann der Tod, der ja immer die Ursprungsquelle der Hilflosigkeit und des Pessimismus und des juedisch/christlichen Geldwahns war, einfach ueberfluessig werden. Es ist einfach dumm und dämlich zu sterben.

Ihr bemerkt, wie all diese Themenbereiche, zu denen natuerlich auch noch die neue humanistische Psychologie gehört, vom neuen Verständnis der Drogen profitieren - jeder einzelne dieser Wissenschaftsbereiche. Quantenphysiker ~  wie Jack Sarfatti und Nick Herbert und andere -   sagen "DasUniversum ist genauso, wie du es dir vorstellst. Also stell es dir besser gross und wundervdl und high, weiss und mächtig vor~ Undall diese Wissenschaftler erzählen heute dasselbe "Es ist deine Sache, den Fahrersitz einzunehmen", wie schon Henry Ford sagte. Nur die Maschinen muessen heute neu definiert und auch die Betriebsanleitungen muessen neu geschrieben werden.

So wird es wohl die Wissenschaft sein, die uns neue Wege eröffnet. Ich glaube da fest dran und ich denke, Paul wird mir da Recht geben ... (Gelächter) Stimmst du mir zu? Also nochmals  zurueck zum Thema. Was ich sagen wollte: Wenn es nicht lustig ist, ist's auch nicht wahr!

Es geht nicht um das ,Ueberleben des Stärkeren'. Es geht um das Ueberleben der Menschen mit einem Sinn fuer Humor, jenen die sagen: "Schaut euch diese Dinosaurier an! Deren Weg werden wir nicht gehen?" Die Fähigkeit, ueber sich selbst lachen zu können, im eigenen Hinterstuebchen ... wie der Schmetterling, der ueber eine Raupe Iächelt - denn wir sind Raupen und  wir sind Schmetterlinge. Du kannst dich nur entwickeln und mutieren, wenn du ueber deine alte Gestalt lachen kannst und sie zuruecklässt.

Das ist also der Grund, wieso wir unsere Runden drehen, richtig, Paul?

Paul Krassner: Aber auch, um die Miete zahlen zu können. (Beifall)

Leary im Calhoun Beach Club 82

Wie geht es euch? Ich möchte, dass ihr wisst, dass jedes Wort, das ich heute abend gesprochen habe, Teil einer sorgsam zusammengetragenen und genau verschluesselten Botschaft ist. Wenn es euch so vorkommt, als schwatze ich hier nur so ein bisschen im Zeugs herum, so ist das, weil ich mich von einer Ebene zur naechsten bewege, weil ich mich in einem Saal voller Leute befinde, die sich schon mehr oder weniger mit Selbstprogrammierung befasst haben und ich weiss, dass ihr diese wichtigen Oberlebenssignale auf diese oder jene Art vermittelt bekommt .

Eine unserer Strategien in den sechziger Jahren bestand dann, die Leute zu schockieren, weil wir glaubten, sie wuerden einen Schock, einen Schlag oder eine Oberraschung brauchen, damit sie in Bewegung geneten und auf neue Gedanken kamen. Wir benutzen also sehr gezielt ein grossangelegtes psychologisches und wissenschaftliches Experiment. Wisst ihr, was geschah? Wenn wir drei oder vier Millionen Amenkaner dazu bringen konnten, ihre Gehirne zu aktivieren, um das Konzept einer vielschichtigen Realitaet zu verstehen...darum geht es heute abend... Um das Konzept einer vielschichtigen Wirklichkeit.

Wir wurden ueber Jahrhunderte`dazu erzogen, an eine einzige Realitaet zu glauben, an die Realitaet naemlich, in die man hineingeboren wurde. Also war das Konzept einer vielschichtigen Realitaet in den sechziger Jahren wirklich reif. Es geht auf Einstein zurueck, auf dessen Relativitaetstheone und der Vielfalt der Positionen und Einsichten des Betrachters. Es war auch mit Heisenberg verbunden, mit dem Unsicherheitsfaktor, und Heisenberg sagte, dass jeder nur das untersuchte, was er sich selbst zurechtgelegt hatte.

Mehrere Millionen junger Amerikraner haben gelernt, wie sie ihr Gehirn veraendern können, wie sie es öfmen können, um Zugang zu den vielschichtigen Wirklichkeitspotentialitaeten ihres eigenen Nervensystems zu finden. Was nun passiert, ist, dass in jeder einzelnen Wissenschaft eine Revolution vor sicht geht, die mit zwei Konzepten zu tun hat, erstens der Vielschichtigkeit der Wirklichkeit und zweitens damit, dass alles fortwaehrend in Bewegung ist und sich entwickelt, und dnttens auch, dass die wissenschaftliche Wirklichkeit genau die ist, wie wir sie definieren. In anderen Worten faellt alles auf den einzelnen und seinem Nervensystem zurueck und dessen Entschluss, wie er sein Gehirn einsetzen will, um die Welt, so wie er sie sieht, zu untersuchen.

Wie ich schon vorher bemerkte, ist die Theone der Entropie, die dem ,Zweiten Grundgesetz der Thermodynamik entwaechst, ein sehr pessimistischer Gedanke. Sie besagt, dass das ganze Universum wie eine Uhr ablaeuft, dass Gott ein Uhrmacher ist oder ein wunderbarer Mercedes-Motor. Doch konnte nicht einmal ein deutscher Mechaniker eine perfekte Maschine entwerfen, also Iaeuft das Universum ab. Nun ist dies natuerlich eine klassische mechanische Theorie im Newtonschen Sinne. Wie ich ausfuehrte, beweist die Theone dissipativer Strukturen, von Ilya Prigogine entworfen, an Hand von Statistiken und wissenschaftlichen Daten, dass Energie sich auf einer höheren Ebene neu organisiert, statt dass das Universum ablaeuft. Das Universum ist keine Sanduhr, es bewegt sich vielmehr höheren Intelligenzebenen zu. Und in dem Mass, wie wir uns wie intelligente Menschen entwickeln, werden wir dies besser verstehen.

Ein weiteres Gesetz, das in den letzten fuenfzehn bis zwanzig Jahren wiederrufen wurde, ist ein Gesetz, das die ganze Situation völlig pessimistisch gestaltete und uns gefangen hielt, das Gesetz der Schwerkraft. Ihr kennt das schon, was immer rauf geht, muss auch runterkommen. Quatsch! Natuerlich steht ein vemuenftiger Mensch mit beiden Fuessen auf dem Boden, nicht wahr...(GeIaechter)...

Nun, unsere Astronauten, unsere Weltraumforscher, unsere kosmischen Philosophen, Leute wie Gerard O'Neil, haben das Gesetz der Schwerkraft aufgehoben. Unsere Spezies, durch guten Willen, harmonische Zusammenarbeit und eine unglaubliche Anwendung von wissenschaftlicher Intelligenz, haben unsere Spezies von der Erde abgehoben, so dass wir nicht Iaenger auf diesem Planeten gefangen sind. Die Russen haben sogar eine permanente Raumstation dort oben... Die Leute sagen zu mir, komm jetzt, Timothy, du halluzinierst, es wird nicht zu unseren Lebzeiten stattfinden. Doch ist es schon Wirklichkeit, denn die Russen haben bereits eine permanente Raumstation.

Es ist ein Skandal und eine Schande, dass seit der Nixon-Verwaltung der Mut, die Kraft, die  Motivation der Amerikaner, um zur naechsten Siedlungsgrenze zu gelangen, neue Energiequellen zu finden, neue Rohmatenalien, neue Hoffnungen und Gesichtspunkte, neue Lebensnischen, neue Expenmente des Zusammenlebens im sozialen und psyrhologisrhen Sinn, einfach fehlen... Abgeblockt durch pessimistische, klimakterische, protestantisch ethische, fatalistische und calvinistische Gedanken im Sinne des Zweiten Weltkriegs. Gordon Liddy wuerde jetzt sagen: «Die Welt ist ein schlechtes Viertel, eine schlechte Nachbarschaft...» Bewaffnet euch, euer Land wird von Leuten regiert, die Furcht predigen.

Es gibt zwei grundlegende Probleme, die unsere Spezies konfrontieren. Und es sind wirklich zwei ganz einfache Dinge. Erstens gibt es eine schwindende Menge an Energie, an Rohstoffen, an Land und Hoffnung. Es ist völlig voraussichtlich, dass sie auf diesem Planeten nicht mehr genug Land und Energie haben werden. Die offensichtliche Lösung der DNA zu diesem Problem heisst, wie immer, auszuwandern. Die Termiten kriegten das schon vor Millionen von Jahren spitz. Wenn eine Termitenkolonie naemlich ihren Haufen aufgebraucht hat, sendet sie gefluegelte Wesen aus... Das Interessante an den Termiten ist, dass sie grundsaetzlich neutral oder geschlechtslos sind, doch diese genuegelten Wesen sind wunderschön, sie sind riesig, sie Biegen sehr hoch, sie verlassen das alte Nest, sie paaren sich und fangen irgendwoanders eine eigentliche Raumkolonie an, fern vom alten Haufen, damit sie ueberleben können.

Wenn die Termiten dies können, so muessten es auch domestizierte Pnmaten wie wir selbst fertigbringen... Die Schwerkraft ist aufgehoben. Ich brauche einer intelligenten Zuhörerschaft wie dieser nicht zu erzaehlen, dass wir in den letzten zwanzig Jahren die DNA entschluesselt haben. Wir wissen heute ziemlich genau, wie die Entwicklung in Sachen evolutionaeres ABC funktioniert, und in den naechsten fuenf bis zehn Jahren, werden wir klonen können, werden wir die meisten unserer Krankheiten genetisch nachbilden können.

Die heisseste Wissenschaft ist im Moment die Immunologie, sie ist die Königin aller Wissenschaften des Augenblicks. Die Immunologie faengt jetzt an zu begeifen, dsss man nicht mit einer Fliegenklatsche durch die Gegend zu rennen braucht, dass man nicht versuchen soll, eine Krankheit zu töten, sondern dass man sie in den eigenen Körper einlaedt, damit die eigene zellulare Weisheit lernen kann, wie sie damit fertig wird, und dass die Lösung grundsaetzlich darin besteht, sich der Krankheit auszusetzen, so dass sie zu deiner Intelligenz beitragen kann, so dass unsere Wissenschaftler uns in den naechsten fuenf bis zehn Jahren gegen solche Krankheiten wie Altern, Tod, Dummheit, schlechte Laune, erwachsenes Denken, usw. immunisieren können werden.

Ich brauche auch nicht gross darauf aufmerksam zu machen, dass ein weiteres Beiprodukt der Sechziger Jahren und deren Bewusstseinsrevolution die unglaubliche Entwicklung in der ComputerForschung ist. Die Computer bedeuten fuer die achtziger Jahre, was LSD fuer die sechziger Jahre war. Video-Spiele, soll ich euch von einer wunderbaren Statistik erzaehlen...? Es wird von Teenagern mehr Geld fuer Computer-Spiele der unterhaltenden Art ausgegeben, (jaehrlich zwischen sechs und acht Milliarden Dollar), als die ganze NASA ausgibt. Ist das nicht erstaunlich?...(Gelaechter im Saal.)... Auf der einen Seite beweist es, wie dumm diese Dinosauner sind, andererseits frage ich mich, was all diese Halbwuechsigen tun werden, wenn sie statt auf Markstuecke auf Steuergelder angewiesen sind. Nun sagte ich bereits, dass unsere Spezies sich zwei grundsaetzlichen Problemen gegenuebersieht. Das eine ist eine Verknappung des verfuegbaren Landes, der Rohmaterialien, der Energie, von Visionen, neuer Ideen, der Hoffnung, von neuen ökologischen Nischen. Das andere Problem besteht dann, dass es eine steigende Masse an unzufriedenen und bösen Leuten gibt. Wenn man diese beiden Probleme zusammenfuegt, wird man sehen, dass es mehr Gadhafis geben wird, mehr Terroristen, usw. Die Antwort auf diese beiden Fragen ist sehr einfach, wir werden uns ins All aufschwingen muessen. Und diejenigen unter uns, die heute in der Raumbewegung engagiert sind, um es offen zu sagen, meinen, dass jene Leute, die dies nicht verstehen, an so etwas wie eine nache Erde glauben muessen. Wir haben die Fluchtgeschwindigkeit erreicht. Ich liebe diesen Ausdruck: Fluchtgeschwindigkeit . . .

Ich habe waehrend der Nixon-Venvaltung fast vier Jahre im Gefaengnis verbracht, darauf bin ich ziemlich stolz, und man sah mich als einen sehr gefaehrlichen Gefangenen an. Wenn sie mich von einem Gefaengnis zum anderen verfrachteten, steckten sie mich immer in einen gepanzerten Wagen, und sie zuegelten mich oft, weil sie mich fuer einen Unruhestifter hielten, und ich sie nicht vom Gegenteil ueberzeugen konnte und wollte. Jedes Mal, wenn sie mich in ein neues Gefaengnis brachten, steckten sie mich in was man eine «Sicherheitszelle» nennt, und dann schauten sie sich meine Papiere an. Dann nennt man eine «Jacke» und auf dem Einband dieser Akte stand mit grossen roten Buchstaben geschrieben: Fluchtgefahr. Ich bin sehr stolz darauf, und ich meine, wir sollten alle dieses Wort auf unsere Stirn taetowieren. Wir sollten alle fluchtgefaehrdet sein...(Applaus)... Wir alle in diesem Raum sind die direkten Nachkommen von Maennern und Frauen der Vergangenheit, die gescheit genug waren, die alte Welt zu verlassen, und sich auf dieser neuen Erde anzusiedeln, wo es mehr Freiheit gab, mehr individuelle Gelegenheiten, mehr Gelegenheit fuer die Fantasie, fuer Neuig keit und fuer Experimente jeglicher Art, was den Schluessel zur amenkanischen Tradition darstellt.

Was ich also mache, ist, dass ich im Land umherziehe und den Anheizer fuer die Wissenschaft spiele. Der einzige Weg, der uns aus der gegenwaertig gegebenen Situation fuehren mrd, in der wir uns alle befinden, ist die Anwendung von menschlicher Intelligenz in der Form wissenschaftlicher Methodik. Ich stehe fuer das, was ich lehre und predige, wofuer ich eintrete und worueber ich Witze enaehle, wofuer ich mich in der öffentlichkeit blamiere... Ich pushe das Konzept eines wissenschaftlichen Humanismus.

Ein Humanist ist ein Mensch, den man auch einen wissenschaftlichen Heiden nennen könnte, und der an das Leben glaubt, der an einen offenen Geist glaubt, an Diversitaet, Pluralitaet glaubt. Ein Humanist ist ein Mensch, der an die Kraft der Narretei glaubt. Das Gegenteil von einem Humanist ist jemand, der an die Vergangenheit glaubt, der glaubt, es sei alles schon vor drei bis viertausend Jahren niedergeschneben worden durch einen Hirten, einen maennlich-machistischen Gottkönig, und dass er nicht zu denken braucht, weil alles in jenen fernen Tagen schon beschlossen wurde. Die geburtenstarken Jahrgaenge werden uebernehmen.

Wir befinden uns in was Toffler die dntte Welle der Information, der Kommunikation nennt. Intelligenz ist heute der Schluessel. Das Konkurrenzdenken ist nicht Iaenger in. Der Kleber des Jahres besass, dass Intelligenz das letztliche Aphrodisiakum ist. Oder umgekehrt: das Aphrodisiakum ist die letztliche Intelligenz...(Pfiffe der Begeisterung)... (Tim lacht). Nun, ihr könnt es so drehen, wie ihr wollt, denn wll· sind hier Einsteinianer. Doch das wichtigste, das ich heute abend vermitteln will, und was mich auch durch die Gegend ziehen Iaesst, ist der Optimismus. Man verkauft uns Angst und Grauen, da die protestantische Mehrheit an das Pnnzip der Gier glaubt. Die Leute, die das Land regieren, die Politiker und die religiösen Fuehrer... Der Politiker sagt: Stimmt fuer mich, und ich werde euch einen grösseren Anteil des Kuchens verschaffen, als die anderen armen Arschlöcher kriegen.

Die Republikaner möchten es den Armen wegnehmen, und die Armen wie ihr und ich wollen es den Reichen wegnehmen, doch ist es immer die Aufteilung eines Kuchens, der kleiner und kleiner wird. Die religiösen Fuehrer sind da ehrlicher. Sie sagen: Kniet nieder und betet, was von der Bibel, ihrem Oberlebenshandbuch aus, ihr Weg zur Evolution darstellt. Denn das ist etwa alles, was man machen kann...

Was ich also mache, ist, dass ich mieh auf jede nur mögliche Art ueber das Establishment lustig mache. Ich lehre die Leute ueber alles und jeden zu lachen, der Angst predi%. Ieh habe oft mit G. Gordon Liddy debattiert, und auch er predigt die Angst. Er sagt: «Die Situation ist folgende. Wenn man als alte Dame die Strasse hinuntergehen möchte, um drei Uhr in der frueh, wird man in Schwiengkeiten geraten. Doch wenn du der brokkige Verteidiger einer Fussballmannschaft bist und du eine Pistole in der einen und eine automatische Waffe in der anderen Hand traegst, und noch einen Baseballschlaeger hier und einen anderen Knebel dort, wird dich keiner anmachen.» Das ist genau die Aussenpolituer Reagans... (Gelaechter). . .

Wir sind als Spezies ganz einfach ueber dieses Stadium hinausgewachsen und das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass niemand diese Art Sachen öffentlich sagt. Es geschieht nur bei kleinen Anlaessen wie diesem hier. Die Wissenschaftler wissen es. Wenn man zu lesen versteht, wird man es in Omni oder dem Scientific American finden, ja auch in solch konservativen B1aettern... und die ComputerLeute wissen es und die Jungen; ein Sechs- bis Achtjaehriger kann einen Erwachsenen bei jedem Video-Spiel schlagen und weiss mehr ueber Computer als er. Die Hoffnung der Evolution liegt in den jungen Leuten, und natuerlich hat man mich auch schon gefragt, warum es eine so starke Antidrogenbewegung gibt. Das kann ich euch sehr leicht erklaeren... Nun ist es mir völlig egal, ob irgendwer Drogen nimmt, denn je weniger ihr davon nehmt, desto mehr hat es fuer uns, und niemand bezahlt mich dafuer, dass ich die Leute antörne... Im Gegenteil, ich handle mir nur Schwierigkeiten ein.

Die etablierten Maeehte mögen Drogen nicht. Jede Religion ist gegen Drogen. Etwas, das Kommunisten und Kapitalisten wirklich gemeinsam haben, ist, dass sie gegen Drogen sind. Als ich mich auf der Flucht und im Exil befand, war ich in AlgeRen, in einem sozialistischen Staat, und die Kommunisten waren hinter mir her, damit ich ihnen beibringe, wie man Gehirne waescht. Auch die Schweizer wollten das von mir, doch sa%en alle dasselbe: «Bitte sprechen Sie nicht von Drogen zu unseren jungen Leuten.» Denn sie wissen ganz genau, dass Drogen jedem einzelnen die Möglichkeit geben, seine Ansichten und sein Gehirn tiefgreifend zu veraendern. Es ist eine Art Selbstbelohnung, etwas womit man sich selbst neues Wissen vermitteln kann, ein Weg der Selbstaktivierung, der Veraenderung.

Und das eine, von dem die Maechtigen nicht wollen, dass man es einsetzt, um sich selbst als Individuum zu veraendern, um auf andere Gedanken zu kommen und sich selbst zu belohnen und auch diejenigen Freunde, mit denen man diese Entwicklung erleben möchte, sind natuerlich Drogen.

Also versuche ich das Ganze etwas zusammenzufassen. Ich weiss, dass es heute abend etwas verwirrend war. Wir sind hier zweihundert Leute mit lauter verschiedenen Nervensystemen, zweihundert verschiedene Entwicklungsebenen, es gibt Leute von der dreiundzwanzigsten Ebene, die irgendwo da oben herumlevitieren, es gibt auch ein paar Hedonisten der dreizehnten Stufe, die henrmfliessen und genuesslich vor sich hin saugen.

Wir haben jede Sorte von Gehirn in diesem Raum vertreten. Dies ist eine der diversifiziertesten Zuhörerschaften, derer ich mich je gegenuebergesehen habe. Ich ehre euch dafuer... (Applaus)... Vielen Dank, dass ihr gekommen seid. Wir werden uns in etwa einem Jahr wiedersehen - Ok? ... (Applaus)...


Robert Anton Wilson
Die letzten 4000 Jahre und die naechsten 40 Jahre

In den naechsten 40 Jahren können wir mit mehr Veraenderungen fuer das menschliche Leben rechnen, als in den ganzen letzten 4000 Jahren zusammen .

Das ist eine ziemlich exakte und ueberhaupt nicht utopische Voraussage und sie stuetzt sich auf einen wenig bekannten Faktor des menschlichen Lebens, den ich die I²-Funktion nennen will. I² steht fuer mehrere Phaenomene gleichzeitig - Intelligence Intensification (Intelligenzintensivierung) und Information Increase (Informationszuwachs) zum Beispiel. Ich kann auch Ego² heissen - das heisst, Mutation und Erweiterung unserer Selbsteinschaetzung, da wir immer noch den technischen und sozialen Kraeften unterworfen sind, die uns schon in den vergangenen Jahrtausenden beeinflusst und veraendert haben.

Bevor wir uns mit der beschleunigten Metamorphose der naechsten 40 Jahre beschaeftigen, wollen wir uns noch einmal vor Augen halten, wie sich die I² -Funktion stufenweise entfaltete.

Kurz vor den französischen und amerikanischen Revolutionen von 1776 und 1788 kamen mehrere Philosophen gleichzeitig zum ersten Mal zum Schluss, dass "Fortschritt" keine Grenzen kennt, dass es im menschlichen Leben nichts gibt, was sich nicht veraendert und in hohem Masse verbessert werden könnte. Der Mathematiker Condorcet vertrat diese Ansicht am vehementesten und wagte es sogar, von der "unendlichen Vervollkommenbarkeit der Menschheit" zu sprechen. Solche Ideen spielten fuer den Ausbruch der beiden erwaehnten Revolutionen, wie auch fuer die mexikanische Revolution von 1810 und einen grossen Teil des darauf folgenden Radikalismus eine entscheidende Rolle.

Natuerlich waren Condorcet und andere Radikale des 18. Jahrhunderts ein bisschen zu optimistisch. Sie neigten durchwegs zu der Hoffnung, dass ein bestaendiger Fortschritt alle Probleme ueberwinden wuerde, sobald die Monarchie durch eine Demokratie ersetzt und der Papst daran gehindert worden waere, sich in die wissenschaftliche Forschung einzumischen. Aber so einfach war es nicht und ein Grossteil des utopischen Gedankenguts des 19. Jahrhunderts - einschliesslich Karl Marx, dessen leidenschaftliche Forderung nach Gerechtigkeit mit seinem intoleranten, autoritaeren Fuehrungsstil gepaart die kommunistische Bewegung ins Leben rief gruendete auf Versuchen, "unmittelbaren Fortschntt" zu produzieren, indem man dem Staat die Macht uebertrug, sozusagen jedermann dazu zu zwingen, gluecklich zu sein. Das hat sich nicht sonderlich bewaehrt.

In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts traten zwei Brueder in die öffentlichkeit, die zufaellig Enkeleines amenkanischen Praesidenten und Urenkel eines anderen waren, naemlich Brooks und Henry Adams. Sie sahen die Gesetze des sozialen Wandels ein bisschen deutlicher. Ihre Erkenntnisse gipfelten in dem, was Henry "Das Gesetz Der Beschleunigung" nannte. Dieses angebliche Gesetz, das allerdings nicht ganz praezise formuliert war, stellt folgende Hypothese auf: Eine Veraenderung ist nicht die Folge von Politik oder Revolutionen, die wiederum nur seine Symptome darstellen. Veraenderung, so meinten die Brueder Adams, wird von den ökonomischen und technologischen Faktoren innerhalb der Gesellschaft bestimmt. Und dann unterbreitete Henry Adams der öffentlichkeit die kuehne Theorie, dass ein solcher Wandel mit der Geschwindigkeit der reziproken Potenz von Zeit erfolgt.

Im einzelnen ging Henry von einem Intervall von 90'000 Jahren zwischen dem ersten Auftauchen des Homo erectus (damals ging es mit der Anthropologie gerade erst los) und der wissenschaftlichen Revolution von Galileo, Bacon usw. um 1600 aus. Er nahm an, dass der naechste Sprung um circa 1900 mit der Quantentheorie, der Entdeckung des Radiums, den Bruedern Wright usw. erfolgte. Nun ist 300 bekanntlich die zweite Wurzel aus 90'000 und Henry Adams folgerte daraus, dass der naechste Sprung in 300 Jahren stattfinden musste - also in etwa 22 1/2 Jahren oder im Juni 1922.

Die Dinge entwickeln (oder entwickelten) sich jedoch nicht ganz so schnell.

Waehrend Henry sich in wilden mathematischen Theonen verlor, stiess sein Bruder Brooks auf ein noch interessanteres Phaenomen. Er beobachtete, dass die Anhaeufung von Kapital, also das Zentrum ökonomischer Macht der ganzen Welt, sich mehrere tausend Jahre lang staendig weiter nach Westen verschoben hatte. Er beschrieb, wie es von Babylon nach Griechenland, nach Rom und von dort aus zu den italienischen Stadtstaaten der Renaissance, aufwaerts, aber immer noch westwaerts nach Deutschland und dann England wanderte und zur Zeit seines Schaffens zwischen London und New York schwebte. Er sagte voraus, dass es sich ganz nach New York verlagern wuerde, was dann auch tatsaechlich so kam.

(Schwenkt es momentan wegen der neu entstehenden arabischen ölmaechte etwa plötzlich wieder Richtung Osten zurueck? Im Verlauf dieses Artikels werden wir unsere Zweifel an einer solchen Entwicklung begruenden.)

1918 entwickelte der Militaerstratege Major C.H. Douglas, der Brooks und Henry Adams offenbar nicht gelesen hatte, obgleich es ganz so aussah, ihre Gedanken noch einen Schntt weiter. Der entscheidende Faktor bei einem sozialen Wandel, so meinte Douglas, ist die Assoziationsvermehrung, die ein kulturelles Erbe schafft.

Assoziationsvermehrung heisst auf einen einfachen Nenner gebracht: je mehr Leute untereinander organisiert sind, um so mehr Arbeit kann geleistet werden, eine Sache, die Adam Smith schon 1776 erkannt hatte. Aber Douglas begriff das Ganze dynamischer als Smith. Er vertrat die Ansicht, dass die Assoziationsvermehrung als Folge des kulturellen Erbes - also dem Weitergeben von Wissen, Fertigkeiten, Geraeten, Handwerken, Ideen usw. - von Generation zu Generation zunimmt.

Es leuchtet ein, dass eine Stammesgesellschaft niemals den Parthenon haette bauen können, selbst wenn ein genialer Architekt unter ihren Mitgliedern gewesen waere. Weder die Assoziationsvermehrung noch das kulturelle Erbe dafuer waren da. Ebenso haette ein Stadtstaat der Renaissance nicht mal mit Leonardo da Vinci an der Spitze Neil Armstrong auf den Mond bnngen können. Von solchen Trajektorien ausgehend, berechnete Douglas, dass die von Brooks Adams beobachtete Verschiebung des Kapitals der Bewegung von Ideen - und damit "harter" und 'weicher" Technologie - folgte. Und da unser Ideenarchiv von Generation zu Generation waechst, beschleunigt sich tatsaechlich auch der Wandel, wenn auch nicht ganz so, wie Henry Adams es mit seinem "Gesetz" von der reziproken Potenz beweisen wollte.

Douglas behauptete weiter, dass das Kapital selbst auch zunimmt. Das war fuer seine Zeitgenossen eine radikale Theorie, die sowohl von Sozialisten, wie auch ökonomen der freien Marktwirtschaft heftig angegriffen wurde. Heute wissen wir, dass Douglas recht hatte und Volkswirtschaftler aller Schulen sind sich darueber einig, dass das Kapital der Welt um etwa 2% im Jahr waechst; mit anderen Worten: das gesamte Weltkapital verdoppelt sich ungefaehr alle 25 Jahre einmal.

Einige Jahre spaeter, 1921, definierte ein anderer Wissenschaftler, Graf Alfred Korzybski die I²-Funktion auf seine Weise und nannte sie Zeitbindung. Zeitbindung ist laut Korzybski der Mechanismus des kulturellen Erbes und gruendet sich auf unsere Faehigkeit, mehr und umfassendere Symbolsysteme zu produzieren. In unsererEntwicklung, so faehrt er fort, haben wir aufgehört, wie andere Primaten zu grunzen und zu heulen und angefangen, menschliche Sprache zu artikulieren, Sprache zu schreiben, Mathematik, Diagramme und Kalender zu erfinden und wissenschaftliche Gesetze zu entdecken. Heute verfuegen wir ueber Computertechnik und elektronische Informationssysteme auf der ganzen Welt. Bei jedem Schritt entdecken wir einen neuen Baustein in der Zusammensetzung und Struktur des Universums und können exakter abschaetzen, welche Erfindungen oder Ideen Erfolg versprechen und welche fehlschlagen werden.

Die Zeitbindungsfunktion von KoIzybski sieht ungefaehr so aus wie eine geometrische Reihe: 2-4-8-16-32-64

Das scheint eine viel genauere Einschaetzung der Wahrheit zu sein als Henry Adams reziproke Potenz-Funktion. Dr. O.R. Bontrager hat eine Vielzahl von Statistiken ueber den Grad von Veraenderung in den verschiedenen Bereichen der Technologie gesammelt, die dem Bild von Korzybski einfacher geometrischer Reihe sehr nahe kommen.

Sie wirkt auf den ersten Blick nicht so schockierend wie Adams Schaetzung, wenn man sich jedoch naeher damit beschaeftigt, ist sie mindestens genauso alarmierend. Wenn wir die 2- 4-8-Reihe beispielsweise fuenf Schritte ueber das sechste Glied, wo wir aufgehört hatten, weiter verfolgen, sind wir plötzlich schon bei 2048 angelangt und nochmal fuenf Schntte weiter bei 63536...

Wir wissen ausserdem, dass sich einige Phaenomene sogar noch schneller entwickeln. So hat J.R. Platt von der Michigan State University ausgerechnet, dass die Reisegeschwindigkeit seit 1900 um das tausendfache zugenommen hat, die Kommunikationsgeschwindigkeit sogar um das zehnmillionenfache. 1928 flog ein Mann ueber den Atlantik, aber schon fuenfzig Jahre spaeter, also 1978, ueberquerten ihn zweihundert Millionen Maenner, Frauen und Kinder.

1928, als dieser einsame Mann, Charles Lindberg in seinem Doppeldecker ueber den Atlantik flog, definierte der Techniker und Erfinder R. Buckminster Fuller, der Korzybski gelesen hatte, die I²-FunMion als Synergie.

Synergie ist die Art von Reaktion, bei der 1 plus 1 nicht 2 ist sondern 2+. Beispiel A): Man steckt einen Mann und seine Frau zusammen ins Bett und neun Monate spaeter hat man es vielleicht nicht mehr mit zwei, sondern mit drei Leuten zu tun. Beispiel B): Man bringt Molybdaen mit Stahl zusammen und erhaelt eine Legierung, die staerker ist, als jede einzelne der beiden Komponenten. Oder man ueberfuehrt die arabische Mathematik nach Europa, vermischt sie mit dem empirischen Wissen der Handwerker und heraus kommt Galileo und die Wissenschaft der Physik.

Fuller erkannte, dass die höchste Form der Synergie der Verstand selbst ist, der seiner Ansicht nach sich von Natur aus selbst erweitert. Anders ausgedrueckt, man kann nicht zwei Ideen zusammenbringen, ohne dass daraus eine dritte entsteht, fast wie in unserem Beispiel A). Fuller stimmt mit Douglas ueberein: das Weltkapital vergrössert sich, weil auch staendig neue Ideen auftauchen.

Die Welt braucht immer grössere und straffer organisierte Systeme, von denen jedes dazu in der Lage ist, insgesamt mehr zu leisten als fruehere, weniger durchorganisierte Systeme.

1944 fuegte der Nobelphysiker Erwin Schrödinger unserer Definition von I² eine neue Perspektive hinzu. In seinem Buch "Was ist Leben?" behauptet Schrödinger, dass alles im Universum, bis auf das Leben selbst, dem zweiten Gesetz der Thermodynamik folgt, indem es stetig auf maximale Entropie hinsteuert (was wir hier fuer unsere Zwecke mal vage als Chaos oder Inkohaerenz definieren wollen). Leben jedoch bewegt sich genau in die entgegengesetzte Richtung - auf höhere Organisation, grösseren Zusammenhalt, negative Entropie hin.

Waehrend der naechsten Jahre entdeckten Claud Shannon von den Bell Laboratories und Norbert Weiner vom M.I.T. fast zur gleichen Zeit, dass die Information einer Botschaft sich mathematisch als negative Entropie darstellen laesst. Damit begruendeten sie die Wissenschaft der Kybernetik; aber wir schweifen ab. Was uns daran im Zusammenhang mit I² interessiert, ist die Tatsache, dass die Bewegung des Lebens auf grösseren Zusammenhalt hin, wie Shannon und Weiner feststellten, erheblich beschleunigt wird, wenn die Techniken des Lebens, vor allem in der Datenverarbeitung, verbessert werden. Kurz, die Entwicklung von Grunzlauten ueber Sprache und Mathematik zu Computem ist eine Bewegung auf Informationszuwachs hin, weg von Entropie; eine Verschiebung zu kohaerenter Ordnung im Gegensatz zu willkuerlichem Verfall.

Bucky Fuller wies als erster darauf hin, dass die Entwicklung der Informationstheorie von Shannon und Weiner die Möglichkeit bietet, den menschlichen Verstand in diesem Teil des Universums als die gIösste synergetische Maschine ueberhaupt zu betrachten, als das beste Werkzeug, um mit weniger Arbeit mehr zu leisten.

Fuller legte grössten Wert auf die Tatsache, dass Wissen sich immer nur vermehren kann - bis auf tragische Ausnahmen wie ein Gehirnschaden bei einem Individuum oder Totalitarismus in einer Gesellschaft. In dem Masse, wie unsere Kommunikationsmöglichkeiten und Datenverarbeitungstechniken staendig verbessert werden, erweitert sich auch menschliches Wissen als Ganzes. Sowohl die "weiche", wie auch die "harte" Technologie werden in ihrer Entwicklung beschleunigt Ideen und Geraete veraendern sich schneller. Und das Kapital nimmt entsprechend zu.

Der stets provokante Dr. Timothy Leary beschliesst unser Set von Modellen, mit dem wir dem Gesetz der Beschleunigung auf die Spur kommen wollen. In seinem Buch The Intelligence Agents von 1979 behauptet Leary, dass die Ost-West-Bewegung, die Brooks Adams als Migration des Kapitals definierte, in Wirklichkeit eine genetische Entwicklung ist. Die Erde dreht sich von Westen nach Osten; die robusteren, innovativeren Gene schwimmen jedoch gegen den Strom und bewegen sich von Osten nach Westen. Die von Brooks Adams beobachtete Machtverschiebung von Babylon nach New York dauert noch immer an, bestaetigt Leary; die Pioniergene sammeln sich an der Westkueste und treffen die letzten Vorbereitungen um sich in den Weltraum zu kapitulieren.

Merkwuerdigerweise wird dies auch von der Theorie des Soziologen Carl Ogleby bekraeftigt, der behauptet, dass in unserer herrschenden Klasse eín Kneg zwischen "Cowboys" und "Yankees" im Gange ist. Die Cowboys suchen wie eh und je nach neuen Grenzen, waehrend die Yankees konservativ geworden sind. Die Kontrolle ueber unsere Wirtschaft ist zwischen den New Yorker Kapitalisten und den neuerungssuechtigen Cowboy-Kapitalisten aufgeteilt. Zur letzteren Kategorie gehören natuerlich die, die kraeftig in die Weltraumindustrie investieren.

All diese Definitionen und Beobachtungen haben eine deutliche Beziehung zueinander und jede einzelne von ihnen traegt zu unserem Verstaendnis des sozioökonomischen Wandels bei. Die Adams Brueder mit Migration und Beschleunigung, Douglas mit seiner Theorie von der Assoziationsvermehrung ,Korzybski und die Zeitbindung, Fullers Synergie Schrödingers Idee vom Leben als einen antientropischen Prozess, Shannon und Weiner, die Information als negative Entropie definieren und Leary mit seiner Neurogenetik und ExoPsychologie - alle illustrieren Teile von dem, was wir mit Informationszuwachs meinen. Dass diese Intelligenzsteigerung (der Begriff stammt von Leary) Teil einer weltweiten, 4000 Jahre alten Informationsexplosion ist, sollte ebenfalls klar sein. Unsere Vorfahren, die sich vom Jagen und Beerensammeln ernaehrten, brauchten nicht die Vielfaeltigkeit von Formen und Modellen, die fuer die Griechen zu Platos Zeiten selbstverstaendlich waren. Mehr Intelligenz, in verschiedenen Formen und Funktionen, waren fuer die Transformationen notwendig, die uns heute unter den Begriffen Renaissance, Industrielles Zeitalter und Aufschwung rein repraesentativer Regierungen gelaeufig sind. Mittlerweile werden schon wieder neue Intelligenzformen produziert, um mit der Computerrevolution und dem Aufbruch ins Weltall Schritt halten.

Der andere Aspekt der I²-Funktion, die staendige Mutation des Ego, ist subtiler. Stammesangehörige kennen nur sich selbst und definieren sich stets nur innerhalb ihres Stammes, genauso wie fuer sie das Universum nur aus ein paar, oder ein paar hundert Meilen grosses Land mit Himmel obendrueber begreiflich ist. Die Urbanisierung und Zivilisierung brachte ein domestiziertes menschliches Ego mit grösserer Selbstbestimmung und einer Art Entfremdung oder Anomie hervor, die aus dem Verlust der Stammeszugehöngkeit (erweiterte Familie) heraus entstand. Die Renaissance schaffte das moderne Individuum - zweifelnd, ungeduldig, unglaublich "selbstsuechtig", wenn man es an den Standards traditioneller Gesellschaftsformen misst, das nach persönlichen und sozialen Zielen strebt, die in der fruehen Evolution undenkbar gewesen waeren. Und in diesem Jahrhundert tauchte ganz besonders nach 1945, mitten in dem Chaos und Durcheinander, das jede grössere Transformation begleitet, ein neues Ego, eine neue Form von sozialer SelbstBestimmung auf.

Wir gleichen heute unseren Grosseltern noch weniger als sie den ersten Hominiden auf der Suche nach Nahrung. Jedes Mal, wenn wir das Fernsehen einschalten, nehmen wir an einem Wunder teil, das uns mehr veraendert, als wir uns vorstellen können. Es spielt gar keine Rolle, was gerade laeuft; wie schon McLuhan sagte: "Das Medium ist die Botschaft" jedenfalls zum grössten Teil. Die simple Tatsache, dass uns dieser Kasten LiveUebertragungen vom anderen Ende des Planeten ins Haus flimmert, ist schuld daran, dass wir uns heute anders begreifen als jede andere Generation zuvor. Intuitiv hat sich unsere Meinung darueber, wer wir sind, wo wir sind, was wir sind und warum wir so sind, grundlegend gewandelt.

Die neurologische Schockwelle, die vor mehr als 4000 Jahren entstand und immer schneller ueber uns hinwegrollte, wird natuerlich auch in den naechsten 40 Jahlen nicht etwa zusammenbrechen oder sich wieder zurueckziehen.

Das Leben wird auch weiterhin die Pforten der Wahmehmung Schritt um Schritt weiter aufstossen. Die Computerrevolution wird uns noch mehr und viel schneller als das Fernsehen mutieren. Hier ein Beispiel fur die neue Zeitrechnung: als ich 1946 in die High School kam, gab es in den privaten Haushalten der USA noch so gut wie keine TV-Geraete; als ich 1950 mit der High School fertig war, hatte fast jeder seinen Kasten im Wohnzimmer stehen. Und alles spricht dafuer, dass Heimcomputer das Land in den naechsten vier Jahren genauso ueberschwemmen werden wie das Femsehen in meuler High School-Zeit.

Der Computer ist aber auch ein verfuehrerisches Biest. Selbst Leute, die von sich glauben, dass Sie mit Technologie nichts anfangen können, sind nach ein paar Stunden am Mischpult dieses wunderbaren Spielzeugs suechtig danach geworden. Kinder scheinen am schnellsten drauf abzufahren und wechseln rascher von einfachen zu gehobenen Programmen ueber. So wird der Aufschwung von Heimcomputern in den achtziger Jahren fuer alle Dimensionen der I²-Funktion ein enormer Quantensprung sein - Intelligenzintensivierung, Informationszuwachs und ein neues Verstaendnis davon, wer und was wir sind.

Man kann nicht lange mit Computern herumspielen, ohne sich darueber klar zu werden, dass Intelligenz die Faehigkeit ist, Signale zu empfangen, zu integrieren und weiterzuvermitteln. Man faengt plötzlich an, sein eigenes Nervensystem als wunderbaren Computer zu begreifen, will die Arbeit mit ihm ausdehnen und beschleunigen. Man will mehr Signale empfangen , sie in bessere Imitationen oder Modelle der Welt integrieren und sie so effektiv wie möglich weiterleiten. Intelligenzsteigerung scheint mittlerweile genauso hedonistisch zu sein wie die Forderung nach Bewusstseinserweiterung in den sechziger Jahren.

Und plötzlich versteht man auch MacLuhans paradoxe Behauptung vom Medium als Botschaft. Die Ideen in diesem Artikel, speziell das Schrödinger/Fuller-Konzept von der Evolution als Kampf fuer bessere Information und weniger Entropie erhalten eine intuitive und sinnliche Bedeutung. Das Nervensystem entwickelt sich in der Begegnung mit dem Computer, der wiederum mehr und mehr mit anderen Computern auf der Erde und im Weltraum korrespondieren wird.

Inzwischen werden natuerlich unsere gegenwaertigen "Probleme" nicht einfach ueber Nacht verschwinden. Die Befreiung der dritten Welt, der Schwarzen, der Frauen usw. wird auch weiterhin unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und Lösungsmöglichkeiten fordern. Auch der Terronsmus wird noch ein Weilchen bleiben, jedenfalls solange es noch Leute auf der Welt gibt, die glauben, dass eine kleine Gruppe von Weissen in der westlichen Welt zuviel Macht hat und diese Macht ohne Sympathie fur die Nöte und Erwartungen anderer einsetzt und missbraucht.

Man muss bei diesem weltweiten Kampf nicht unbedingt mit Weltuntergangsszenarios arbeiten, wenn man Reichtum und Macht abschaffen will. Das erste Axiom der I²Hypothese lautet: wenn ein Problem existiert, dann wird sich auch eine Lösung dafuer finden lassen. soweit kommen zu lassen, dass wir haenderingend den Untergang der Menschheit bejammern, sondern uns dazu anzuspornen, nach Lösungen zu suchen.

Irgendwann in den naechsten fünfzehn Jahren, zwischen 1980 und 1995 werden die ersten Langlebigkeitspillen auftauchen. Das ist natürlich erst mal eine Schaetzung - der Zeitfaktor dabei kann wirklich nicht so genau kalkuliert werden - aber es gibt heute mehr Forscher, die am Problem der Lebensverlaengerung arbeiten, als 1930 an der Atomenergie, kurz bevor Einstein seinen berühmten Brief über die deutsche Atomwaffenforschung an Praesident Roosevelt schrieb. Sobald irgendein Land auf der Welt den Eindruck gewinnt, dass ein anderes Land die Langlebigkeitsformel entwickelt hat oder kurz davor steht, wird die Forschung dramatische Fortschritte machen.

(Es ist durchaus möglich, dass einige der Langlebigkeitspillen, die heute schon von bestimmten Fanatikern konsumiert werden, speziell die Vitamine E, Megadosen von C und RNS, die Lebensspanne bereits geringfügig zu verlaengern scheinen, wenn auch der Beweis dafür noch nicht eindeutig erbracht ist.)

Mehrere Forscher haben mittlenveile schon von positiven Ergebnissen bei Experimenten mit Tieren berichtet. In jüngster Zeit sind in den Massenmedien auch diverse Artikel zu diesem Thema erschienen und eine Welle von Büchern, unter anderem Prolongevity (Rosenberg), The Life Extension Revolution (Kent), The Immortalist (Harrington), The Immortality Factor (Segerberg) und Secrets of life Extension (Mann) hat den Markt überschwemmt. Die zehn Prozent starke Avantgarde in der Bevölkerung wartet schon jetzt mit Spannung darauf, dass das Problem des Alterns und schliesslich auch der Tod endlich besiegt werden. Wenn die Botschaft von diesen Entwicklungen dreissig Prozent der Bevölkerung erreicht hat, kann man erwarten, dass sowohl die Regierung wie auch die Privatindustrie viel massiver als bisher in die Forschung investieren. Die Schaetzung, dass der erste Durchbruch, wie unvollstaendig er dann auch noch sein mag, irgendwann zwischen jetzt und 1995 erfolgen wird, ist durchaus realistisch. Selbst wenn die erste Lebensverlaengerungsdroge die Lebensspanne nur um zehn bis fünfzehn Prozent verlaengert, ist die psychologische Wirkung immens. Die Erwartungen werden steigen und die Forschung sich beschleunigen.

Vielleicht ist es gar nicht so weit hergeholt, wenn der angetörnte Soziologe F.M. Esfandiary behauptet: "Wenn Sie die naechsten zwanzig Jahre überleben, brauchen Sie wahrscheinlich überhaupt nicht zu sterben." Das Weltraumzeitalter ist natürlich schon Iaengst angebrochen. über hundert Maenner und Fraün waren bereits im All; unser Fernsehen zeigt jeden Abend beim Wetterbencht Satellitenphotos und hat auch schon Bilder vom Mars und vom Jupiter gebracht. Wenn Heimcomputer, die an Satelliten un Weltraum angekoppelt sind, sich erst einmal ausgebreitet haben, werden wir alle immer mehr spüIen, dass wir am Weltraumzeitalter teilhaben, auch wenn wir unser Haus nicht verlassen. Mit Sicherheit wird die Langlebigkeitsrevolution das "Bevölkerungsproblem" im Bewusstsein der Menschheit vergrössern, so dass eine Auswanderung ins All mit der Zeit unumgaenglich wird.

Da wir bereits über jede Menge Kommunikationssatelliten verfügen, ist die von Kaliforniens angeblich "unberechenbaren" Gouverneur Brown unterstützte Einführung von Sonnensatelliten kein allzu grosses Problem mehr. Schliesslich können Kollektoren auf der Erdobernaeche die Sonnenenergie höchstens zwölf Stunden pro Tag und an wolkigen, regnenschen oder bedeckten Tagen überhaupt nicht speichem. Ein Sonnensatellit dagegen kann vierundzwanzig Stunden pro Tag, und das das ganze Jahr hindurch arbeiten.  Selbst bei den antitechnologischen Kreisen, die heutzutage überall wie Pilze aus dem Boden Schiessen, dürfte eine solche Idee nicht laenger ignoriert werden.

Dr. Barry Commoner, einer der führenden Wirtschaftsexperten bewies auf der 1980er Versammlung der American Association for the Aduancement of Science, dass wir mit emstlichen wirtschaftlichen Schwiengkeiten rechnen müssen, ohne dass unser Planet unbedingt von einem ökologischen Disaster getroffen werden muss, wenn wir nicht endlich aufhören, unsere Wirtschaft fast ausschliesslich auf nicht wiedervenvendbare Qüllen wie öl und Kohle aufiubaün. Es ist ja ein bekanntes Phaenomen der Wirtschaft, dass der Preis eines bestimmten Produktes in die Höhe schnellt, sobald seine Qülle zu versiegen droht.

(Habt ihr euch in letzter Zeit mal die Benzinpreise angeschaut?)

Wenn Energie nicht zu einem Privileg der Reichen werden soll, müssen wir uns verdammt schnell auf wiederverwertbare Qüllen umstellen, meint Dr. Commoner.

Sonnenenergie ist die reichhaltigste aller wiederverwertbaren Qüllen und Satelliten die einfachste Möglichkeit, sie so effektiv wie möglich zu speichern.

Aber solche Sonnensatelliten sind nur der erste Schntt bei der Ausdehnung unserer Wirtschaft auf den Weltraum. Der Erfinder G. Harry Stine hat ausgerechnet, dass es 10^100 technische Vorgaenge gibt, die im Weltraum effektiver oder billiger als auf der Erdoberflaeche ausgeführt werden können. Ein Beispiel füI die Theorie, dass mit weniger Anstrengung mehr zu leisten ist. Selbst Bucky Fuller würde staunen, dabei sind das ja reine physikalische Phaenomene, die auf der Kondition von Schwerelosigkeit und hochgradigem Vakuum basieren, wie es sie nur im Weltraum gibt.

Für den Fall, dass es jemand nicht weiss: 10'00 bedeutet eine 10, auf die hundert Nullen folgen. Hört sich nicht wenig an (meint er mit typisch britischem Understatement) - daneben wirkt die Industnelle Revolution wie ein Sturm im Wasserglas. Alles spricht dafür, dass die Rate des Kapitalzuwachses viel schneller steigt als die üblichen zwei Prozent, die wir seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gewohnt sind, wenn die Industrie sich in den Weltraum begibt. Im Grunde bedeutet diese Zahl, dass wir kurz davor stehen, den grössten Quantensprung zu machen, den es in bezug auf Energie, ihre Qüllen und den daraus folgenden Umsatz je gegeben hat.

Das Wort "wir" in den vorangegangenen Saetzen ist natürlich ein Problem. Bei der überlegung, was der Grosse Wirtschaftsaufschwung der Raumfahrtindustrie fur die menschliche Rasse im allgemeinen, nicht für die mulitnationalen Konzerne bedeutet, sollte folgendes berücksichtigt werden:

1. Die Dntte-Welt-Bewegung und die anderen Kreuzzüge der Armen werden damit nicht verschwinden.

2. Selbst unter unserem gegenwaertigen System von Monokapitalismus ist der Lebensstandard der Masse staendig gestiegen, also - im Gegensatz zu Marx -: der Kapitalismus hat nicht bedeutet, dass die Reichen noch reicher und die Armen noch aermer wurden, sondern, dass die Reichen zwar noch reicher, aber immer weniger Arme noch aermer wurden, so wie im 19. Jahrhundert. Die arbeitslosen Armen, die heute stempeln gehen, haben es viel besser und leben gesünder als die arbeitenden Armen zu Marx' Zeiten.

3. Je weiter die Intelligenz/Informations-Revolution fortschreitet, umso bessere und rationalere Möglickeiten werden die Benachteiligten finden, um ihren Forderungen nach einem gerechten Anteil am grossen Kuchen Ausdruck zu verleihen. Mit anderen Worten, es ist zwar einfach, eine Bande von durchgedrehten Terroristen zu ignorieren, aber sehr schwer, eine Gruppe von Menschen nicht zu beachten, die so gut organisiert ist wie die amerikanische Arbeiterschaft heute.

Bucky Fuller und Wemer Erhard haben vorausgesagt, dass die weltweite überwindung des Hungers bis 1995 erreicht sein würde. Heute mag das noch hoffnungslos utopisch klingen, aber eigentlich nur deshalb, weil wir uns an Dummheit und engstirnige Raffgier auf höchster Ebene schon so gewöhnt haben. Selbst wenn man diesen Faktor menschlicher Sturheit berücksichtigt, scheint es einigermassen vernünftig wenn man Fullers und Erhards Ziel noch in die ·lO-Jahres-Spanne dieses Artikels plaziert. Und es gibt überhaupt keinen Grund, warum man nicht auf 1995 hinarbeiten sollte. Jeder Karatelehrer wird mir recht geben, wenn ich behaupte, dass das Geheimnis des Erfolges dann liegt, sich mehr vorzu.nehmen, als man zu erreichen glaubt.

Und hier kommt die viel geschmaehte Human Potential-Bewegung ins Bild. Sie wurde nicht, wie allzu eilfertige Kritiker meinen, in den siebziger, sondern schon in den fünfiiger Jahren erfunden und war eine Folge der interpersonalen Bedeutung von Psychologen wie Harry Stack Sullivan, der erkannte, dass eine "kranke" Person eigentlich nur Teil einer "kranken" Situation ist, der wachsenden Popularität der Gruppentherapie, die die altmodische Einzeltherapie ablöste und speziell von Dr. Abraham Maslows Entdeckung, dass gesunde Menschen viel interessanter sind als Kranke und dass deshalb die Psychologen lieber die Gesunden studieren sollten.


Kommentare:

  1. Vielen Dank für wertvolle Informationen. Nizza Post. Ich war sehr erfreut, diesen Beitrag. Das ganze Blog ist sehr schön fand einige gute Sachen und gute Informationen hier Danke .. Besuchen Sie auch meine Seite schach gegen computer

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  2. ich war jetzt mal so lieb und habe deinen kommentar nicht als junk gelöscht und besuche gerade deine seite. spiele aber leider kein schach, höchstens eins zweimal im jahr age of empires II ;-)

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