Samstag, 21. Juni 2014

überraschung!

meine lieblingsstelle im artikel in der süddeutschen über die nashibots ist diese hier.
Die Kommentarflut, egal ob auf Spiegel oder Zeit Online, Süddeutsche.de oder bei der ARD, aber erweckt den Eindruck, man stehe mit seiner Meinung alleine da, wenn man die Annexion der Krim als solche verurteilt - ein auffälliges Missverhältnis.
überraschung! es ist ja beileibe nicht so, als ob dieser eindruck sich nicht schon seit jahren in jedem xbeliebigen forum der leidmedien aufgedrängt hätte, neiiiiin, früher war alles gut und wir sind jetzt mal für eine millisekunde überrascht und dann ....

guck mal ... ein eichhörnchen! ist das nicht süüüüß???

aber so was von ...

sollen wir wetten?

übermorgen wird das thema kein schwein mehr kümmern.

ich bin da ein bißchen hartnäckiger. weil die ersten posts dieses blog sich genau mit diesem thema beschäftigen und es in den letzten drei jahren immer wieder etwas war, was ich beklagt, bejammert, bewütet habe ... und dabei damit leben musste, daß das - nicht ich, mir ist das egal, was jemand über mich als person denkt - offensichtlich kein schwein interessiert.

"manifest 2011 - die dummheit explodiert!" war eine reaktion auf einen durchgeknallten norweger, der seine landsleute massakrierte, weil er sich irgendwie nicht so recht zugehörig und als opfer einer elefantösen verschwörung fühlte, hinter der irgendwie die weiber und die muselmanen steckten.

aber es ist in erster linie eine schimpftirade, oder wie man heute zu sagen pflegt, ein "rant" über den einfall strunzdummer und gemeiner menschen in foren, blogs, kommentarspalten, über das sich ausbreiten ebenso strunzdummer und gemeiner ideen wie eben rassismus, euroNeurotische hysterie, verschwörungskrimskrams aller art oder eben islamistenparanoia.

ich tue mir schwer, menschen, die solchen ideen anhängen, ernst zu nehmen.

klar, wenn sie erst mal in delirieren geraten, könnte man versucht sein, in dem einen oder anderen "argument" etwas zu finden, worüber es sich für drei millisekunden nachzudenken lohnt, aber im grunde: unterbelichtete honks. nicht die zeit wert, die man an sie verschwendet.

ich war damals ein bißchen fassungslos und mitgenommen.

wie konnte es sein, daß sich das internet zunehmend in einen ort verwandelte, in dem sich die - sagen wir es doch, wie es ist - arschlöcher vermehrten wie die karnickel, an jeden ort eindrangen, ihn mit ihrer gülle zumüllten und die, die noch nasen hat, umgehend von all diesen orten verdrängten?

ich war auch ein bißchen fassungslos, daß sich daran offensichtlich niemand groß & breit störte. "ist halt so. muss man mit leben. wird sich schon wieder legen. sollen ja nicht leben wie die hunde, die, sind ja auch nur menschen". ich fand schon immer, daß es einfach arschlöcher waren und man sie - wo möglich - umgehend entfernt und an orten isoliert, wo sie untereinander der inzucht verfallen und dreiäugig aussterben könnten.

naja, ich bin da vielleicht ein bißchen zu radikal, aber kern meiner idee war ja nie, lager zu bauen und sie "umzuerziehen" oder "auszurotten". sie sollten halt an inzucht eingehen. dreiäugig.

es scheint aber "common sense" zu sein, auch heute noch, die pestbeulen möglichst einen warmen platz inmitten einer hippiekommune, die das internet mal war, einzuräumen und die möglichkeit, ihre eiterbeulen fröhlich an alle weiterzuverteilen, hochansteckender gehirnbrand.

wir sind so lieb.

damals war ich verwirrt. im grunde war es ja so, daß ich echte menschen eben nicht kannte, die sich so verwahrlost aufführten wie diese arschlöcher, die sich in jedes gespräch "einbrachten" und am ende jeden vertrieben hatten, der gerne etwas beigetragen hätte, sich aber inmitten einer schulhofbande mit baseballschlägern, die sie mit argumenten zu verwechseln schienen, unwohl fühlten.

niemand, der vor ort gesagt hätte, daß der euro umgehend weg müsse. die leute hier in der region, drei landesgrenzen in französischsprachiges ausland, lieben den euro. sie lieben es, über die grenze zu gehen, ohne einen pass vorzeigen zu müssen. für sie ist schengen "normal", ein kleiner ort neben dem schönen remich, das in schönen sonnenbeschienen momenten etwas von einer südfranzösischen stadt haben kann. nachbarn, die man besucht, um aufzutanken, die tabakvorräte aufzustocken, günstiges aspirin kaufen.

wenn man den leuten sagen würde, daß es da in den kommentarspalten aller bedeutenden deutschen zeitungen nur so wimmelt von leuten, die von "EUDSSR" faseln, wäre die normale reaktion eines xbeliebigen passanten wohl ein "die ticken doch net sauwer". das kopfschütteln eines robusten, der weinproduktion oder dem konsum von viez zugeneigten landvolks, das irgendwie im auge hat, daß milch aus kühen gemolken und nicht in der fabrik produziert wird.

hinterwäldler halt. nicht dieses geBILDete völkchen im kommentariat.

trotz dieser eigentlich robusten erdung, dem selbstgefälligen bewußtsein, nach ein paar jahrzehnten wortradio halbwegs verstanden zu haben, wie sich meinung bildet und öffentlich artikuliert, trotz des gefühls, nach 5 jahrzehnten irgendwie ein gespür dafür bekommen zu haben, wie dieses land so tickt ... war ich verunsichert.

[..] der text ist schon ein paar tage alt, aber ich habe die tage einfach zu viel zu tun und dieser text muss jetzt einfach mal raus.

mehr später

bis dahin kannst du dir ja das durchlesen, was die tage sonst noch so alles dazu gekommen ist, zb. diesen artikel in der FAZ, bei der NZZ und auch auf netzpolitik.org ist es angekommen ;-)

als podcast gibt's auch ein interessantes interview mit prof berhard pörksen

Kommentare:

  1. Guck mal hier:
    http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.com.tr/2014_06_01_archive.html

    Gruss

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  2. danke,

    ich hatte den link schon gesehen, aber noch ncht geclickt, zu viel arbeit im moment, ich komme kaum zu was und mein einziger begleiter ist dieses neue buch von aust "heimatschutz", die komplette geschichte der NSU in 38 stunden hörbuch. deprimierend aber spannend.

    der link enthält ja im wesentlichen die liste, die ich in etwa auch so überall poste ;-)

    liebe grüße

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  3. Ich bin gespannt, ob und wann du wieder zu einem anderen Thema finden wirst!
    Sascha Lobo schreibt seit einem Jahr konsequent über Überwachung - ein Thema, das man allerdings von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachten kann, das viele Dimensionen berührt - da kann man lange drüber bloggen ohne zu langweilen.

    Diese Nashibots sind vergleichsweise unergiebig.

    "rassismus, euroNeurotische hysterie, verschwörungskrimskrams aller art oder eben islamistenparanoia"

    ich füge hinzu: Frauenhass, Männerhass, Sündenbock-bashen, Sozialneid (nach unten!), Neo-Darwinismus... sind soviele "Trolle der Meschenrechte" und jeglicher friedfertigen Kultur!

    Dennoch bleibt nichts übrig, als sich den Themen immer wieder zu stellen - das tradiert sich nicht von selber. Wir älteren können nicht darauf zählen, dass die Jüngeren das einst Gewusste und für selbstverständlich gehaltene auch nur KENNEN!

    Deshalb: Zu den Themen! Wer sie vorbringt ist letztlich unwichtig, es geht schließlich um die Mitlesenden...

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  4. liebe claudia,

    ahem ... hast du die post nicht gelesen?

    wenn du meinem hinweis auf die allerersten posts dieses blogs gefolgt wärst, hättest du festgestellt, daß ich im grunde seit drei jahren immer zu den selben themen poste: die verwahrlosung in den foren und kommentarspalten und was sich daraus ergibt, konkret am fall breivik festgemacht ...

    [..] Diese Nashibots sind vergleichsweise unergiebig.

    finde ich überhaupt nicht ... ich denke, das hat erst angefangen, wenn auch dem letzten wirklich klar ist, worum es geht: die STASI ist im haus, ob sie nun nashi oder CHQ oder NSA heisst.

    oder, auch das habe ich mittlerweile ja präzise formuliert: die einen schnorcheln ungehemmt unsere daten ab ... die anderen manipulieren sie beim entstehen und diktieren uns somit teile der debatte- ich glaube, die dimension dessen, was ich da gerade gesagt hbe, ist immer noch nicht ganz klar.

    aber, der anlauf, den ich gemacht hatte mit dieser post, die ja nur ein fragment ist, hat ja an schwung verloren, weil ich plötzlich in den minen steckte und das auf einen späteren zeitpunkt verschieben musste.

    ach ja: http://www.stilstand.de/info-war-over

    lustigerweise sind ja heute die meisten zur schulung abgerufen worden und es herrscht gerade eh flaute ;-)

    [..] es geht schließlich um die Mitlesenden...

    auch hier: es gibt auf diesem blog mehr als einmal den verweis auf das vorwort von michel de montaigne zu seinen "essaies" .. in dem montaigne explizit erklärt, daß es ihm nicht um den mitlesenden geht sondern ausschließlich dinge verhandelt werden, denen der autor halt so frönt und sie ansonsten maximal familiäre bedeutung besitzen ;-)

    ich mache das hier nie (ich betone NIE!) für irgendjemand der mitliest. wenn ich das ml anfange, höre ich sofort auf mit dieem blog

    aber ... im moment habe ich einfach keine zeit für ein anderes thema oder posten allgemein, stress, stress, stress, die kasse muss jetzt endlich raus und ich ackere gerade wie blöde

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  5. "ich mache das hier nie (ich betone NIE!) für irgendjemand der mitliest. wenn ich das ml anfange, höre ich sofort auf mit dieem blog"

    Das sehe ich bei mir drüben auch so.

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    1. das hatte ich mir gedacht, karl, aber ich befürchte, das ist leider nicht bei allen so - und das macht viele der populären blogs so stinklangweilig: sie bedienen die erwartungen eines publikums, das sie als fangemeinde betrachten.

      statt mit ihren fans zu streiten oder ihnen ein ärgernis zu sein, was nützlicher wäre. du bist sehr streitsüchtig und auf einer art "mission", was ich wiederum "nützlich" finde, weil du mich an bestimmten stellen genau deshalb mit den informationen oder einer meinung versorgst, die ich suche. die muss mir nicht passen, im gegenteil, ich schätze es auch, wenn du mich "ärgerst" und den einen oder die andere, an der "mein herz hing", zerpflückst.

      mir ist das auf jeden fall lieber, als wenn du auf den leser schielst und dich schon beim entstehen deiner sachen fragst, ob dich dein leser jetzt noch "ernst" nimmt.

      selbst schuld, wenn er es nicht tut ;-)

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  6. Ich meinte mit "es geht um die Mitlesenden" deine Aktivitäten in den streitbaren Foren!

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    1. claudia,

      meine abgrundttiefe verachtung der wichtigtuer in "streitbaren foren" gegenüber ist durch diese nashibotgeschichte um einiges gestiegen. ich bin da nicht mehr "zuhause", ich trete da ein, stampfe fest auf den boden und amüsiere mich über die reaktionen. die wenigsten, ca 1% hat da einen eigenen blog, die hänge da ab und fühlen sich "zuhause" oder "wichtig" - wenn sie es nicht von sich selbst wissen und die lächerlichkeit ihres tuns verstehen - ich tue es ;-)

      für die habe ich extra ein video gebastelt und hochgeladen ...

      https://www.youtube.com/watch?v=oYY-qij9Fe8

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